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  Österreich | 10.1.2009 | 14:41   

 
 
"Lick my shit"
  von Alexandra Augustin
 
 
 
"Nicht jede Überraschung ist eine schöne"
  Aufgeregte Gemüter, heißblütige Diskussionen, massenhaft Kontroverse. Kollege Einöder hat im Vorfeld bereits mit Ekelgefühl in der Magengrube zum neuen Album gratuliert, im Forum wird eifrig darüber gestritten und der Kopf geschüttelt, wieso überhaupt ein FM4 Überraschungskonzert mit einer Band wie 3 Feet Smaller stattfindet, und dann hat es auch noch minus 15 Grad. Schlechte Karten diesmal. Da liegt die Frage auf der Hand ob heute eigentlich überhaupt jemand vorbeischauen wird. Es sieht tatsächlich ziemlich schlecht aus kurz vor halb Neun, nur eine Handvoll potenzieller Besucher hat sich bis jetzt vor der Venue in Graz eingefunden.

 
 
Wird das noch was?
 
 
"Wenn uns jemand bucht, ist er selber Schuld"
  Der Zickenkrieg mit den FM4 Kommentaren und die ganzen Steitereien hat die Band letztlich gefreut. Sehr sogar, immerhin haben sie dadurch genau das bekommen, was sie erreichen wollten. Aufsehen erregen und provozieren. Das haben sie jedenfalls geschafft, wenn auch mit recht billigen Mitteln. The easy way.

Der Fancrowd ist das herzlich wurscht, angewiderte Gesichter habe ich jedenfalls keine erspäht, Tomaten sind auch keine herumgeflogen, kotzen gehen musste letztlich keiner. Und das SKA war gestern Abend dann letzten Endes doch bis unter die Decke mit partywütiger Körpermasse gefüllt.
 
 
 
 
 
"Das ist kein Blumfeld Konzert!"
  Lieder, in denen mit böser Gewalt gedroht wird, darüber gesungen wird, dass Österreich wohl die schönsten Keller hat und darüber sinniert wird, was man nicht alles in sämtliche Körperöffnungen stecken kann - das ist, wenn es absichtlich gemeint ist, natürlich einfach nur substanz- und hirnlos. Und wenn es anders gemeint ist, eine dermaßen aufgelegte, berechenbare Provokation, dass ich über jeden, der sich dann auch wirklich darüber aufregt, wie böse das nicht alles ist, nur staunen kann.

"Scheiße lecken" müssen und Menschen, die mir vielleicht "gleich die Zähne ausschlagen werden", sind mir egal. Zumindest in Songtexten. Das löst keinen Ekel und kein Gefühl der Provokation in mir aus, das langweilt mich. Die Welt ist nämlich schlecht, you know? SCHLECHT! Dass eine Band derartiges Pulver dann in heitere Punkmelodien verwebt, bitteschön, sollen sie. Das erreicht mich nicht einmal an der Nasenspitze. Auch nicht die zwischendurch eingestreuten, frauenfeindlichen, billigen Witze. Da habe ich mich geistig schon längst wegen Unterzuckerung ausgeklinkt.
 
 
 
 
 
"Eat my puke"
  Einen vorgehaltenen Spiegel sehe ich auch nirgends vor mir, den hält sich die Band schon selbst vor, wenn sie erklärt, sie habe halt mal eben auf Wikipedia recherchiert, wieviele Psychopathen sich auf der Welt herumtreiben und Kellerspiel-ähnliche Dinge veranstalten und sich so zu Songs inspirieren lassen.

3 Feet Smaller ist eben dieses Image durchaus recht. Es macht ihnen regelrechte Freude, wenn man sich über ihre platten Blödeleien aufregt, ärgert und amüsiert und sich fragt, ob sie das alles etwa selber ernst nehmen, was sie
von sich geben. Gestern Abend haben sie deswegen gleich für knappe zwei Stunden mit Verlängerung die Punkrock-Hofnarren gegeben und mit Genuß diese Rolle ausgelebt.
 
 
 
Na bitte, letzten Endes eh ganz schön viel los.
 
 
"Nehmt euch an den Händen und schunkelt wie im Musikantenstadl!"
  Für alle dagewesenen Fans war es (und das waren gut 90% der Anwesenden), laut meiner Beobachtung, anscheinend ein Wahnsinnskonzert, für manch andere/n eben vielleicht verstörend. Nicht mal die paar schnellen, kurzen Lacher, die man durch ein bisschen eingestreuter Selbstironie-Plauderei zwischen den Liedern erhaschen möchte, sind bei mir zu holen. Aber: Who cares? Als Statement auf die kontroversielle Kommentar-Schlacht über die Relevanz ihrer Songs, vor allem der Texte, und zur Diskussion der Wichtig- oder Unwichtigkeit von 3 Feet Smaller im FM4-Kosmos, meint Sänger Marcus 'Smaller' nur: Es ist uns wurscht! An alle die uns hassen: Hasst uns weiterhin! Und an alle Fans: Liebt uns weiterhin! ... aber, wir sind eigentlich eh ganz ... lieb!

Vorne wird mit Texten über 40 gezogene Kokain-Lines ein Moshpit veranstaltet und hinten im Backstage-Bereich wird danach Erdbeermolke und Guglhupf gejausnet. Wohl bekomm's!

 
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