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Wien | 14.5.2007 | 18:37 
Ein kühnes Kratzen an der Oberfläche von Hohlräumen.

Rob, DaddyD, Janis

 
 
Oedipus Rocks
  Wie hoch stehen, mit den Augen des Universums gesehen, Chancen, dass es jeweils mich und dich und dich individuell gar nicht geben würde? Die verstörende Antwort ist: gar nicht so schlecht. Und wer trägt, auch unter Berücksichtung des irrwitzigen Zufallsfaktors, dass ausgerechnet wir dabei herausgekommen sind, den Hauptteil der Verantwortung für unser stoffliches Dasein? Verzeihung für diese ganzen selbst-evidenten Fragen, aber es sind, bedrückend, wie es für manche(n) manchmal auch sein kann, wie unverrückbar das ist: Papa und - Mama. Und dass zweitere vor 9 bis 999 Monaten die schwerwiegende Entscheidung getroffen hat, eine etwas flexiblere und finanziell sorgenfreiere Zukunft in den Wind zu schießen, haben sich gestern Abend drei superbe Ansammlungen von Töchtern und Söhnen zu würdigen im Rahmen einer neuerlichen Edition der Gravity-Line im Wiener Planet Music zusammengefunden. Viele hunderte andere Liebeskinder füllten den Zuschauerraum, um sie tatkräftig dabei zu untertützen.
 
 
 
Die famosen Wiener/Innen Go Die Big City! mit ihrem mosaikhaft funkelndem Glasperlen-Indie pflegen alle ein überaus herzliches Verhältnis zu ihren Müttern, und selbst jene Bandmitglieder, die das nicht haben, kommen zumindest immer noch recht gut mit ihnen aus.
 
 
 
 
Manchmal möchte man mit seiner Mutter einfach den ganzen Tag lang nichts anderes machen, als immer und immer wieder in immer schnellerem Tempo mit ihr Karussel zu fahren, bis man jeglichen Gegenwartssinn eingebüßt hat, und man ihr vollends irren Geistes in die Arme fallen kann. Zu solch einem Unterfangen kommt der perfekte Soundtrack von jener Gruppe, die in eienr Paralleldimension der Looney Tunes und Felix-der-Kater - Streiche den triftigsten Anspruch auf den Titel der besten Band der Welt stellen könnte, Of Montreal (aus Georgia). Über eine Stunde lang wälzte das Quintett das Planet in eine Technicolor-gefärbte akustische Playdoh-Knetmasse, und setzte ihm parallel dazu noch einen Zerrspiegel der emotionalen Verwirrungen vor. Kein Muttersöhnchen (und -töchterchen), an dessen Körper sich am Ende nicht auch ein Gelenk an ungewohntem Platz seltsam-vergnüglich verdrehte.
 
 
  Nickee Coco woke up early one Tuesday morning and decided to go for a walk in the tomato field behind her house. As she was walking along she saw a magnificently tall invisible tree and decided to climb up on it. She found the foliage covered branches so comfortable that she fell fast asleep. She was still asleep when nightfall came and her mother became frantic with worry. She ran from house to house asking everyone she saw if they had seen Nickee or knew where she was.

-Of Montreal / Nickee Coco And The Invisible Tree
 
 
 
Nein, Gitarrist Bryan Poole hat vor dem Auftritt mitnichten größere Quantitäten eines österreichischen Energy-Drinks zu sich genommen, das kommt alles von der üppig und aufrichtig gediehenen Mutterliebe!
 
 
  We sat by the fire and opened the presents
That we'd gotten for each other then after
You telephoned your mother. We cuddled on
The couch, drank cocoa by the tree and you
Smiled cause you were so absolutely happy
To be with me


-Of Montreal / My Favorite Christmas (in 100 words or less)
 
 
 
Sänger und Songschreiber Kevin Barnes, der auf dezente Weise politisiert und sehr, sehr scharfsichtig ist, mag Kindergeburtstage über alles, hat sich aber leider mit der jungen Mami seines Kindes überworfen, nachdem ihn der unnachgiebige Tour-Circuit für die letzten 2 1/2 Jahre fast durchgehend von der häuslichen, norwegischen Krippe ferngehalten hatte. Nach derzeitigem Stand dürften die inenrfamiliären Risse nicht mehr zu kitten sein, woraufhin Töchterchen Alabee wohl einfach lernen müssen wird, zu akzeptieren, dass sie ihre Mommy und ihr Daddy auch nach der Trennung genauso lieb haben wie vorher. Wir wünschen all jejen, die so eine schwierige Phase durchzumachen haben, jedenfalls selbstverständlich alles Gute.
 
 
  Old men in the cemetery
lurking like faint shadows of the dead
gazing down at mother's plot
and longing to be there instead
it's a dreary fate and
no one should have to be as depressing
as old people like that


-Of Montreal / Old People in the Cemetery
 
 
 
Mütter auf der ganzen Welt haben im Laufe der Zeit ihre (teils vielversprechenden) Studien/Berufskarrieren abgebrochen, damit Menschen wie Adam von den Shout Out Louds das Licht der Welt erblicken konnten.
 
 
.....auch in Schweden ist die Art und Anzahl der verfügbaren Kidnergartenplätze kein unwichtiger Bestandteil der soziopolitischen Debatte.
 
 
Forget yer soccer mums of yore, Editor mums are now all the rage!
 
 
  [Dieser Artikel ist etwas heuchlerisch, weil ich selbst den gestrigen Tag nicht mit meiner Mutter verbracht, sondern lediglich mit ihr telefoniert habe. Aber wir verstehen uns okay, und ich hab sie, und meinen Papa, gern.]

Alle Fotos (bis auf das letzte): Stephan Brückler
 
 
 
Of Montreal im FM4 Spielzimmer
  In der Nacht von Samstag, 13.5. auf Montag, 0 Uhr
 
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