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Wien | 28.10.2008 | 11:53 
Ein kühnes Kratzen an der Oberfläche von Hohlräumen.

Rob, DaddyD, Janis

 
 
Das Summen der einzelnen Teile
  "Willst du nicht, dass ich dich für einen Fitness - Kurs einschreibe?", schlug Marios Mutter ihm vor, "Du sitzt den ganzen Tag vor dem Computerbildschirm und bewegst dich kaum, da wirst du irgendwann mal Probleme mit deinem Gewicht bekommen!"

"Nimm dir einen persönlichen Vorrat an Kartoffeln mit auf die Reise. Ich weiß, du isst nichts, was du nicht kennst, aber wenn ihr wirklich weiter Richtung Westen segeln wollt, werden euch die Fleischvorräte früher oder später ausgehen", beschwor der Ureinwohner den spanischen Matrosen.

"Bieder dich nicht jedem so an!", mahnte die Möwe den Dodo, "Eines Tages werden hier vielleicht mal Typen auftauchen, die dir nicht so freundlich gesonnen sind, und dann kannst du dich auf was gefasst machen!"

All diese Ratschläge verhallten unbeherzigt; niemand von den dreien konnte sich vorstellen, dass der Tag, an dem sich die Prophezeiung bewahrheiten sollte, jemals kommen würde.*
 
 
06/11/2008
  Am Donnerstag, den 6. November, spielen Supergrass ein Konzert in Wien. Supergrass sind eine große Band, wenn man bedenkt, wie viele ihrer Songs sich dazu aufdrängen, in bestimmten Situationen nachgesungen zu werden, und zwar, in keiner bestimmten Reihenfolge (ich gebe zu, in meinem Vorgehen gegen meine grundsätzliche Ignoranz hinsichtlich dessen, worüber die nachfolgend genannten Lieder tatsächlich mal geschrieben worden sind, keinerlei Entschlossenheit an den Tag gelegt zu haben; die sind mittlerweile Teil der öffentlichen Domäne, was mir und allen anderen die alleinige Interpretationshoheit verschafft - also strapaziert Eure Stimmbänder zu Texten, die eventuell eigentlich von Völkermord und Amnesie handeln, was weiß denn ich):
 
 
 
  Die trotzig-wütend hingebrüllte erste Zeile, insbesondere des zornigen "yeah!", von "Richard III", wenn man sich nach einem besonders nervenzehrenden Tag nicht geschlagen geben möchte. Die Melodie gewordene Reue "I never should have let you out tonight!" aus
"Caught By The Fuzz"
, wenn man sich vom ganzen Herzen wünscht, nicht auf der Party zu sein, auf der man grad ist. Die Gesamtheit von "Late In The Day", wenn man einsam ist, und jemand bestimmten dafür die Schuld zuschieben möchte. "Pumping On Your Stereo" für seinen unverfrorenen Mick Jagger-Parodie - Wert als ultimativer Lackmustest vor dem Besuch in der Karaokebar (dann "Seen The Light" bei eben jenem Besuch in der Karaokebar). Die verquer pulsierenden "oohs" und "aahs" in "Kiss Of Life" anlässlich einer befremdlichen, aber intensiven Sommerromanze. Das bange geflüsterte "is this the parting oft he ways?" aus "Evening Of the Day" an eben jenem letzten Sommertag. Die Larmoyanz von
"Moving" am kaputtesten Tag des bisherigen Lebens. "Sun Hits The Sky" am geilsten. "Mary", wenn man durchgedreht ist, und es kein zurück gibt.
 
 
 
  Jeder Fan hat wohl seine eigenen Erinnerungen an diese Songs. Persönliche Erinnerungen. Bunte Erinnerungen, lebhafte Erinnerungen. Dutzende, hunderte Erinnerungen. (Ich merke, dass in dieser Aufzählung keine Stücke von den zwei letzten seit 2005 veröffentlichten Alben vorkommen, was sich aber damit erklären lässt, dass ich seit diesem Zeitpunkt meine gesamte Aufmerksamkeit den geschichtlichen Grundlagen der österreichischen Kartonageproduktion zugewandt habe.)

Sehr viele Erinnerungen.
 
 
 
Schräger Vogel Jugend
  Jetzt spielen sie also, wie erwähnt, im 15. Jahr ihrer Karriere, in Wien, und zwar im Flex, also an genau jener Stätte, wo in vergangenen Zeiten Acts wie Def Leopold, Linkisch Park und Pink Freud Rockgeschichte geschrieben haben. Geht hin, erweist Ihnen die Ehre, die ihnen gebührt, hüpft gegen die Wände, und singt Euch die Seele aus dem Leib, bevor noch mehr sinnlose Zeit vergeht, und sie irgendwann noch jünger sind als jetzt und bei noch mehr Menschen Nostalgieanfälle über eine Ära hervorrufen, mit denen sich ihre Vorstellungen imemr weniger decken. Ich bin jedenfalls dort. Tags darauf habe ich vor, auf die Bank zu gehen. Alter Zeiten willen.

 
 
2x2 Tickets zu gewinnen
  Wenn Ihr Karten für das Supergrass-Konzert im Flex am 6. November gewinnen möchtet, dann schaut, wie viele von Supergrass' ehemaligen Britpop-Freunden ihr auf diesem Bild identifizieren könnt, und schickt eine e-mail an game.fm4@orf.at. Euren Namen nicht vergessen!

Unter den Einsendungen mit den meisten richtigen Nennungen werden 2mal 2 Tickets verlost. (Anmerkung: Bitte nicht einfach wahllos irgendwelche auf Internet-Gemeinwissens-Seiten unter dem Überbegriff "Britpop" zusammengefasste Band-Listen kopieren. Danke.)

Der Einsendeschluss ist inzwischen vorbei, die GewinnerInnen wurden per Mail benachrichtigt. Die richtigen Lösungen waren: Blur, Suede, The Boo Radleys, Dodgy, Ocean Colour Scene, Kula Shaker, Kingmaker, Ian Broudie (The Lightning Seeds), Space und Rialto. Vielen Dank fürs Mitmachen!
 
 
 
 
 
*
  Mario kämpfte ein Leben lang gegen seinen hohen Blutdruck und wurde so zu einem der ersten Viagra-Testpatienten.

Der Matrose bekam einen Monat später schon keine Ration Fleisch mehr ab. Stattdessen warf er seine Angel aus und fing eine fleischige Auster mit einer riesigen Perle.

Jahre später landeten tatsächlich Fremde auf des Dodo Heimatinsel. Es waren Location-Scouts von Warner Brothers, die den extrovertierten Vogel sofort für eine Schauspielkarriere unter Vetrag nahmen.

Der unerbittliche Zahn der Zeit, eh?
 
 
 
Supergrass live
  6. November 2008
Flex, Wien
 
fm4 links
  supergrass.com
   
 
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