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Wien | 7.5.2008 | 13:11 
Twilight Zone: Musik-, Film-, Comics & more aus den schummrigen Gebieten des Pop.

Rotifer, Blumenau

 
 
Der charmante Außenseiter
  "I've always felt like such an outsider in this industry. Because I'm so insane I guess", Robert Downey Jr.

Er ist der Rock'n'Roller unter den männlichen Hollywoodstars, inklusive euphorischer Highs und nachtschwarzer Abgründe. Als Sohn eines New Yorker Undergroundfilmers kommt Robert Downey Jr. extrem früh mit dem Kino und den Drogen in Berührung, beides wird ihn sein Leben lang begleiten.

Die Bret Easton Ellis-Verfilmung 'Less Than Zero' (Unter Null, 1987) fällt bei Kritik und Publikum gnadenlos durch, Robert Downey Jr. erhält für seine erste Hauptrolle aber jede Menge Lob. Die Figur eines jungen Mannes, der ziellos durch sein Schickimicki-Dasein in L.A. driftet, scheint dem Darsteller allerdings auf den Leib geschrieben.

Auch abseits der Kamera verfällt Downey Jr. den klischeehaften Verlockungen der Achtziger, neigt zu Kokainmarathons und füllt mit One-Night-Stands die Schlagzeilen.
 
 
Der tiefe Fall
  Aber die privaten Exzesse sind eine Sache, auf der Leinwand begeistert der Schauspieler mit einer ganz eigenen Mischung aus Intensität und Witz. Die Rolle der Stummfilmikone Charlie Chaplin beschert Robert Downey 1992 eine Oscar-Nominierung und den Aufstieg in die erste Hollywoodliga.

Doch der Absturz folgt bald. Und es ist ein tiefer Fall. Mehrfach wegen Heroin- und Waffenbesitz, Trunkenheit und Schlägereien verhaftet, verbringt er die Neunziger abwechselnd auf Filmsets und im Gefängnis. An einem Tag dreht er Folgen für die TV-Serie 'Ally McBeal', dann findet man ihn mit bösen Zuckerln in der Tasche in einer wildfremden Wohnung, wo er im Kinderzimmer seinen Rausch ausschläft.

"It's like I have a loaded gun in my mouth, and I like the taste of metal", sagt er über seine gefährlichen Neigungen.

Aber die tragische Geschichte des Robert Downey Jr. endet glücklicherweise nicht in einer Rehabklinik. Auf den Spuren von Bühnenveteranen wie Iggy Pop gelingt auch dem Leinwand-Rock'n'Roller der Ausstieg aus der Drogenwelt.

 
 
Sympathische Selbstironie
  Seine Erfahrung mit der dunklen Seite blitzt aber immer wieder in seinen Filmen auf. Die durchgeknallten und defekten Figuren, die Robert Downey in Filmen wie 'A Scanner Darkly' (2006) oder 'Zodiac' (2007) verkörpert, bleiben im Gedächtnis haften.

"A lot of my peer group think I'm an eccentric bisexual, like I may even have an ammonia-filled tentacle or something somewhere on my body. That's okay."

Es ist aber vor allem sein spezieller Humor, der diesen Mann einzigartig macht. In dem unterschätzten Thriller 'Kiss Kiss Bang Bang' (2005) stolpert er gemeinsam mit Val Kilmer (auch kein Akteur, der in der normalen Welt zu Hause ist) durch einen bizarren Kriminalfall und gibt dabei geniale Oneliner von sich.

In 'Iron Man' kann Robert Downey Jr. nun erneut alle seine Stärken ausspielen und mutiert ganz nebenbei mit 43 Jahren zum Gesicht einer Megafranchise. Als dekadenter Playboy und Alkoholiker Tony Stark persifliert er selbstironisch die eigene Vergangenheit - und das macht ihn gleich noch sympathischer. Fortsetzung folgt, hoffentlich.

 
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