fm4.ORF.at ORF.at login
StreamPodcastsMail an FM4
zurück zur TitelseiteSOUNDPARK - Your Place for Homegrown MusicSTATION - alles rund um den RadiosendernotesCHAT
Wien | 24.6.2006 | 16:19 
Innerlichkeiten. Äußerlichkeiten.

HansWu, Pfister

 
 
Southside Story
  I wanna be in Südwestdeutschland!
Okay by me in Südwestdeutschland!


Willkommen beim sympathischsten Festival der Welt, dem Southside. Dieses Jahr so groß wie nie: 40 Bands, 400 Köche, 40.000 entspannte BesucherInnen. (4.000 Einwohner hat Neuhausen eigentlich.)
Und unsere Freunde von Das Ding, die wieder so großzügig wie jeden Dank ablehnend uns all ihr Arbeitsmaterial zu Verfügung gestellt haben.
Danke!
 Am Southside erlaubt: Die Softdrinktasche!
 
 
Kurz vor dem Einlass.
 
 
The Sounds
  Mein Gott, der Gitarrist mit der Gretsch und dem Iro ist ganz schön geil. Wirklich geil sind allerdings die orgeligen Keyboardsounds der Sounds, aber apropos geil, "Die Sängerin ist voll geil", ruft ein Mädchen begeistert ihrem Freund zu. "Du findest die geil?!?", gibt sich dieser leicht besorgt, jedoch auch im gleichen Maße freudig erregt. "Naja, cool halt!", schwächt seine Freundin ab. Diese Festivals spielen mit unser aller sexuellen Orientierung, ich sag's euch!
 
 
 
 
 
 
 
Mann mit Gitarre.
 
 
Mehr Männer mit Gitarren
  Und damit gleich weiter zum Southside-only Zuckerl, Wolfmother, zu Element of Crime und dem besten Konzert, das die Strokes je gespielt haben, aber davor erzählen wir euch noch die Geschichte von der...
 
 
 
Drogenkontrolle
  Brav reisen wir schon am Vorabend an, der Kollege Gstettner und ich, und werden mit unserem beklebten Hippie-Firmenmobil gleich mal in einen seitlich gelegenen Waldweg gewinkt. Papiere bitte und Drogenkontrolle. Die Polizisten tragen Gummihandschuhe! Peinlich wird uns bewusst, dass wir bis jetzt völlig nüchtern unterwegs waren! Das ist ganz sicher nicht für die der Fall, die nach uns herangewinkt werden: Die haben gar kein Nummernschild am Wagen!
 
 
 
"Fahrn Sie hier mol rechts ran..."
 
 
  Der Drogenkontrollpreis des Tages geht allerdings an zwei Herren in Jeansjacken mit Matrosenmützen auf dem Kopf: An die "Turbojugend Fledermausland".
 
 
 
"Hast du schon einen Treffer?" hörten wir noch einen Polizisten zum anderen entäuscht sagen, während wir schon von dem kleinen "Privatparkplatz" im Wald abfuhren.
 
 
Wolfmother
  Lieber Kollege Holzmann, der du bei unserer Abreise leise ins Schneuzquadrat geschnieft hast: Ja! Sie sind super!
 
 
 
 
 
  Andreas Gstettner: Unglaublich, welchen Sound nur drei Musiker erzeugen können. Wolfmother versprühten derart viel Energie, dass die dritte Bühne am Southside Festival, die Red Stage (die sich paradoxerweise in einem blauen Zirkuszelt befindet), unter den schweren 70er Riffs nur so erzitterte. Solch einen Sound und eine Performance hätte sich Ozzy Osbourne zu Black Sabbath Zeiten wohl auch gewünscht. Perfektes Set, perfekte Musiker, eine perfekte Show!
 
 
 
Wolfmother Bassist Chris ist bekannt dafür, diverse Keyboards nicht nur umzuschmeißen, sondern auch mal in den Verstärker zu katapultieren.
 
 
Death Cab For Cutie
  Andreas Gstettner: Die Herrn um Sänger Ben Gibbard haben es dem Publikum nicht so leicht gemacht. Zwar war der Opener "New Year" ein guter, knalliger Anfang, aber der zündende Funke ist leider nicht ganz übergesprungen. Ähnlich wie in Wien im Februar dieses Jahres waren Death Cab For Cutie zwar ambitioniert, dennoch hat ihr Set etwas zu gewollt geklungen. Die ruhigeren, gefühlvollen Momente wie bei "Different Names For The Same Thing" waren ergreifend und auch bei "Sound Of Settling" wurde kräftig mitgewippt. Aber die Band scheint etwas müde und "ausgetourt" zu sein. Ein bisschen relaxen und die Seattler erstrahlen auch live wieder in jener Größe, die ihrem Sound eigentlich gebührt.
 
 
 
 
 
Element Of Crime
  Eine ähnliche Herangehensweise wie Morrissey auf unverständliche Einzel-Zurufe aus dem Publikum hat auch EOC-Frontmann Sven Regener: "Tatsächlich? Tja", murmelt er leise. Nach ein paar Liedern, die vom Winter und dem Früherdunkelwerden und Straßenbahnen handeln, reißt er beide Fäuste hoch: "Rrrrromantiiiiik!", brüllt Regener.
Die Fans tanzen Schleicher und halten Händchen.
 
 
 
Einer hält die Gitarre, und 40.000 schaun ihm beim Halten zu.
 
 
Adam Green
  "Who likes to play with balls?", fragt Adam Green und wirft einen kleinen blauroten Ball in die Menge. Dabei muss er sich strecken, und man sieht sein Bauchhaardekolleté. Dann bückt er sich nach einem auf die Bühne geworfenen Demotape und wir sehen große Teile vom Hinterteile. Alles in den ersten fünf Minuten. Dann singt Adam "Friends of Mine" mit Fistelstimme.

 Popsch.
 
 
 
 
Hives
  Nach all den Jahren auf Tour fanden Pelle Almquist und seine Brüder eine Überraschung auf ihrem Bett: Endlich! Mama hatte neue Sachen rausgelegt.
 
 
 
 
 
The Strokes
  "I've never had this much fun on stage in my whole life", sagt Julian Casblancas immer wieder, er ist selbt ganz verblüfft darüber, was mit ihm passiert und sagt immer wieder "You are fantastic ...", oder probiert sogar kurz einen Ein-Mann-"Germany"-Sprechchor.

Was ist bloß auf einmal los mit den Strokes? Nach all den Jahren hipper-than-thou Herumstehen, kein Wort außer "Hello" und "Bye" ans Publikum und verächtlichem Ohne-Zugabe-Abrauschen singen und tanzen die Strokes auf der Bühne. (Julian Casblancas tanzt so: Daumen hoch, Ellbogen anwinkeln, Knie knicken. Entzückend.)
Bei anderen Bands normal - für die Strokes eine Sensation und eine ganz besondere Belohnung für die Fans!


 Mangamädchen wartet auf die Strokes.
 
 
 
 
  Auch eine B-Seite spielen die Strokes: "Hawaii", ein gutgelauntes, schnelles Beachboysurlaubslied.
Und das Duett mit Nikolai Fraiture am weißen Kitschpianola, "Just the two of us, building castles in the sky", singt Julian Nikolai spaßeshalber an, und dann spielen sie "Ask me Anything" von ihrer neuen Platte.
Und dann wieder (O-Ton) "some golden oldies".
Fast alle Hits von der "Is this it?".

"I had no idea ... You guys are amazing", sagt Julian, er springt sogar in den Graben vor der Bühne zu den Fans und singt von dort, bei seinem Abgang (nach einer Zugabe!! Zwei Songs!) verbeugt er sich ganz oft mit vor der Brust gefalteten Händen und klopft sich mit der Faust auf die Brust: Southside, ihr seid da drinnen.

Andreas Gstettner: "The end has no end..." Ihr solltet Euch auf alle Fälle schnell ein Ticket für die Strokes beim Nuke besorgen, denn die gegenwärtige Tour zeigt diese Band auf der Spitze ihrer Live-Performance. Großartig!
 
 
 
 
 
Sigur Ros
  Nach all der Freude bei den Strokes bringt das Rüberwandern zur Sigur Ros-Bühne eigentlich eine Enttäuschung: Die spielen vorerst hinter einem Vorhang! Das kann ich in meiner Euphorie gerade gar nicht brauchen.
"Authentizität", die Romantik des Rockfans.

Andreas Gstettner: Ich bin ja da etwas anderer Meinung als meine geschätze Kollegin. Bei der kleineren "blauen" Bühne angelangt, spürt man die geheimnisvolle und magische Atmosphäre, die ein Sigur Ros Auftritt unweigerlich mit sich bringt. Bedächtig stehen und sitzen Zehntausende und blicken gespannt auf die Streicher, den Bläsersatz, das riesige Keyboard- und Percussionareal und den geigenbogenstreichenden Gitarristensänger. Wenn man in diese Sphäre eintauchen kann, ist sie der perfekte Abschluss für einen wundervollen Konzerttag. Ich habe zumindest beim Einschlafen den Keyboard- und Percussionwald, die isländischen Elfenmelodien und jede Menge sehnsüchtige Klangwolken im Kopf.

 Prima Job: Vorhanghalter bei Sigur Ros.
 
 
fm4 links
  fm4.orf.at/festivalradio

Southside 2006 auf fm4.orf.at
   
 
back
 Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick