fm4.ORF.at ORF.at login
StreamPodcastsMail an FM4
zurück zur TitelseiteSOUNDPARK - Your Place for Homegrown MusicSTATION - alles rund um den RadiosendernotesCHAT
Wien | 15.1.2008 | 12:34 
Zwischenzeiliges, Zwischenzeitliches, Zwischenmenschliches

Hedi, Zita, HansWu

 
 
Boarding now
  Anderssein als der Rest ist keine leichte Angelegenheit. Und es steckt auch ordentlich viel Arbeit dahinter, ständig gegen den Strom des Gängigen zu schwimmen, um die "So-bin-ich"-Batterien wieder mit Individualität füllen zu können. Und bevor ich mich hier gleich zu Beginn in Abhandlungen über "Mainstream der Minderheiten" oder "the only alternative" verstricke, komme ich einfach zum Punkt: Ja, es gab mal eine Zeit, da haben wir uns den Arsch aufgerissen - im wahrsten Sinne des Wortes - um nur nicht wie alle anderen Schifahren zu müssen.

Man hat sich das Brett angeschnallt und ist teilweise auf allen Vieren durch den Wald, um zu diesem einen natürlich entstandenen Kicker zu gelangen. Hat Transportmöglichkeiten und Querfahrten auf sich genommen, die ausschließlich für Schifahrer erfunden worden sind. Und hat Beschimpfungen über sich ergehen lassen, dass man doch nicht ständig auf der Piste rumliegen müsse. Das sei doch kein Sport.

Nun, die Zeiten ändern sich. Und es sieht so aus, als wären die anderen inzwischen die anderen. Vor allem in dieser einen speziellen Woche im kleinen Örtchen Laax in der Schweiz.
 
 
 
 
 
  Eine Woche lang steht Laax ganz im Zeichen der Burton European Open - einem der wichtigsten Snowboardevents der Welt. Rund 400 Rider aus 23 Ländern belagern die Hotels und Pisten und versuchen, sich für die Finals in Halfpipe und Slopestyle zu qualifizieren. Denn anders als bei Contests wie beispielsweise dem Air & Style oder dem Freestyle.ch kann beim BEO jeder und jede mitmachen. Es gibt nur eine relativ kleine Liste von fixen Starterinnen und Startern - alle anderen Plätze werden in den Vorausscheidungen erkämpft. Die laufen seit Freitag, alle paar Meter fahren dir Menschen aller Altersklassen mit Startnummern-Leiberl über den Weg. Und vor den Hütten stapeln sich die Bretter - ein Umstand, der in Laax aber keine großartige Ausnahmeerscheinung darstellt. Denn dass die European Snowboard Open gerade hier stattfinden, verwundert nicht - hat sich die Schiregion doch auf junge FahrerInnen, in erster Linie SnowboarderInnen, spezialisiert.

 Unsere Flugbegleiterinnen
 
 
 
 
Still-Leben mit Snowboarder. Und vielleicht habt ihr es schon bemerkt: Der Alptraum meiner Schulschikurszeit kehrt zurück. The Overall ist überall.
 
 
  Statt Anton aus Tirol läuft Snowpatrol über die Hütten-Lautsprecher, statt Alpenkräuterschnaps wirbt auf den Gondeln eine Spielkonsolenfirma, 5 Snowparks machen die Pisten zur Spielwiese, und teilweise werden Hänge unpräpariert gelassen, um auch den FreeriderInnen ihr geliebtes Terrain zu erhalten.
 
 
 
 
 
  Und wer am Abend immer noch nicht genug hat, schläft bzw. feiert im Konzept-Hotel "Riders' Palace". Plötzlich ist man also Hauptzielgruppe, und muss sich eingestehen, dass sich das gar nicht so schlecht anfühlt.
 
 
 
"Hallo, Alder!" Der Hund Alder bewacht die mächtige Kickerline im Slopestylpark. Er ist am besten Weg das Maskottchen des Events zu werden.
 
 
"Oh, an interview!" (Dick Schulze)
 
 
  Der älteste Teilnehmer hier ist 61 Jahre alt, heißt Dick Schulze und kommt aus Kalifornien. Ins Finale wird er es wohl kaum schaffen, meint er, aber in den USA hat er schon oft gewonnen - dort fährt man bei den Amateurwettbewerben nämlich in Altersklassen, und "When I compete in my age brackets, I win - sometimes." Der jüngste Rider ist grade mal 10, kommt ebenfalls aus den USA und heißt Seamus O'Connor.

Doch am meisten Aufsehen hat dieser Herr hier erzeugt: Sebastien Toutant, 15 Jahre jung und Durchstarter im Slopestyle-Park. Hat in den vergangenen Tagen so im Vorbeifahren den Junior Slopestyle Event gewonnen und gestern dann gleich noch die Men's Slopestyle Qualification. Mal sehen, ob's der nicht bis ins Finale schafft.
 
 
 
Sébastien Toutant
 
 
  Was unsere Tage in Laax prägt, ist eine gewisse Lockerheit, die nicht vermuten lassen würde, dass es sich hier um ein Preisgeld von insgesamt 125.000 Dollar dreht. Nicolas Müller trinkt seinen Nachmittagskaffee zufällig an unserem Tisch, am Weg ins Hotel rodelt uns Shaun White mit einem Riesenhurra fast über den Haufen, und am Nebentisch abends in der Pizzeria sitzen die sieben weltbesten Snowboarderinnen, angeführt von Cheryl Maas.

Anders zu sein würde in diesem Fall, inmitten von Menschen, die alle die selbe Leidenschaft teilen, bedeuten, BESSER zu sein. Den Contest zu gewinnen.
Wer sich also aus der bunten Masse abheben wird, das wird sich beim Finale am Donnerstag (Slopestyle) und am Freitag (Halfpipe) zeigen. Eins ist allerdings jetzt schon klar - und Nic Müller bringt es im Interview olympiamäßig noch mal auf den Punkt: "Dabeisein ist alles."
 
 
 
 
 
  Mehr vom BEO 2008 gibt's am Freitag ab 15.00h in einem Connected Spezial live aus Laax. Und natürlich hier.
 
fm4 links
  Das European Snowboard Open 2008

3 - Halfpipe Finale

2 - Slopestyle Finale

1 - Boarding Now

www.opensnowboarding.com
   
 
back
 Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick