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Wien | 15.6.2008 | 19:28 
Zwischenzeiliges, Zwischenzeitliches, Zwischenmenschliches

Hedi, Zita, HansWu

 
 
Nova Rock: Drei Tage Anarchie light
  Wäre Menschenfeindlichkeit ein Setzkasten, dann wären Festivals in der Größenordnung des Nova Rock sowas wie eine Sammlermesse dafür. Zigtausend Menschen sind einfach zu viel auf einem Platz. Das ist Körperkontakt leichtgemacht, das sind viel zu viele Eigenheiten mit viel zu wenig Exit-Strategien, das stinkt nach vergessenem Deo und Bierrozzn. Das ist alles irgendwie sehr schwierig.
 
 
 
 
 
  Und trotzdem tauchen erstaunlicherweise dazwischen immer wieder Momente auf, die einen veranlassen, den ganzen Misanthropie-Schaukasten einfach leerzuräumen. Ganz großartige Momente, die sich im Gedächtnis einbrennen und jederzeit hervorholbar sind, wenn man sie mal dringend braucht.

Und schlussendlich kann man sagen: Man bezahlt nicht für viele Konzerte zum Preis von wenigen. Nicht dafür, die Bands endlich live sehen zu können. Nicht nur.
Man bezahlt für drei Tage Anarchie light. Drei Tage lang jeden Blödsinn machen können, der einem grad in den Sinn kommt.
Der Typ vor mir dreht lächelnd einen Edding-Stift zwischen den Fingern und fragt charmant: "Wüst an Oberlippenbart?" Und Gavin Rossdale sagt vorn auf der Bühne: "Stand up, be proud and get wasted."

Gut. Gemmas an.

 
 
 
 
"I kann es spüren!"
Fühler aus Kabelbinder und Gaffertape, mit dem Line-Up des Tages am Kopf.
 
 
 
 
Das selbsternannte Maskottchen des Nova Rock 2008.
 
 
Frühschoppen am Campingplatz mit Wendi's Böhmischer Blasmusik - und ja: es wurde auch hier crowdgesurft.
 
 
  Den Weg zum Festival säumen drei verstreute Unterhosen im Dreck, und die Frage, wie die wohl hierhergekommen sind. Und apropos menschliche Balz: Am Gelände werde ich auf äußerst höfliche Art und Weise gefragt, ob ich bitte dem Herren vor mir auf den Arsch greifen könnte. Sorry, geht leider grad nicht. Ich muss nämlich gerade herausfinden, welche Crepes-Füllung am besten schmeckt, muss fünfhundert Brillen probieren und den Typen im rosa Hasenkostüm fragen, warum er ein rosa Hasenkostüm trägt. Seine Antwort: "Wüst mi anbraten?" Womit sich der Kreis also wieder schließt.
 
 
 
Shoppen...
 
 
... jausnen ...
 
 
... dazwischen Meditation (Alkbottle und ihre Yoga-Übung "Die Flasche") ...
 
 
... etwas Sport ...
 
 
... und ein bisschen rasten. Hell yeah!
 
 
Die Mannequin
 
 
Teufelshörner überall und die Gitarre fest im Schritt.
  So hat man es mir versprochen, und so ist es auch. Die Sängerin von Die Mannquin, Care Failure, hat die männlich geprägte Rhetorik genauso drauf wie Lemmy Kilmister, und sogar bei meinen Lieblings-Knieschützern beginnt die Show mit der obligaten Handstellung: Mia. sind hier, üben sich in Recycling, und als Mieze auf die Bühne kommt, quetscht sie eine aufblasbare Gitarre zwischen den Fingern. Sie hat ihre Stirnfransen verloren, an Druck gewonnen und sieht plötzlich Gwyneth Paltrow irritierend ähnlich.
Wegen einer Farbstörung auf der Großbildleinwand haben ihre Ohren die selbe Farbe wie ihre roten Stiefel. Und ich denk mir: Was für ein schönes Bild. Die Ohren glühen schon. So sollen Konzerte sein.

 
 
 
 
"Sex Pistols? Die find ich total scheiße."
 
 
 
 
  Merchandise-Artikel, so weit das Auge reicht: Es gibt aufblasbare Gitarren, Riesenfinger, Sonnenhüte, Luftwürste, und natürlich Regenmäntel. Die sind - bei entsprechender Witterung - immer am beliebtesten (wie auch schon der Papst-Besuch bewiesen hat).
 
 
 
Die tageweise Verbesserung der Wetterlage, visuell dargestellt anhand der Beinbekleidung.
 
 
Die Prinzessinnen des Heavy Metal Festivals.
 
 
Kurz bricht die Sonne nochmal durch, bevor sie untergeht.
 
 
 
 
Gute Nacht, Nova Rock 2008.
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