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Wien | 31.10.2003 | 13:30 
Das (monochrome) Ende der Nahrungskette

HansWu, Trishes, Pinguin

 
 
>>OUTLAND<<
  Hans Wu wird sich am 1. November auf monochrom-Einladung mit Peter Hyams Film beschäftigen.

"Outland"?

Ein wohlgelobtes Werk war der Science-Fiction-Film Outland (dt. Subtitel: Planet der Verdammten) nicht. Im Erscheinungsjahr 1981 war Hauptdarsteller Sean Connery 51 Jahre alt und die Science-Fiction-Welle in den Kinos, die mit Star Wars ein paar Jahre zuvor ihren Höhepunkt erreichte, am Abschwellen. Sci-Fi-Fans mochten die spezifische Inszenierung der Zukunft nicht: Pump Guns statt Strahlenkanonen, enge Räume statt Weltraumschlachten und Sean Connery statt Harrison Ford. Kritiker verglichen den Film mit High Noon und mochten das Original natürlich viel lieber.

Der Vergleich mit High Noon ist berechtigt. Die Handlung: In einer nicht zu fernen Zukunft (aus der Sicht des Jahres 1981, vielleicht jetzt) wird Marshall William T. O'Niel (Connery) auf den Jupitermond Io geschickt. Auf dem Trabanten werden durch einen Konzern Bodenschätze abgebaut und O'Niels soll in der isolierten Minensiedlung nach Recht und Ordnung sehen. Vermehrte Selbstmordfälle und Amokläufe unter den Minenarbeitern verstricken den Sheriff in eine Geschichte, auf die sich einzulassen gar nicht erwünscht ist. Eine synthetische Droge, eine Art Super-Amphetamin, das zu mehr Arbeitsleistung verhelfen sollte, ist der Grund für die Todesfälle, wie O'Niel mit Hilfe der Stationsärztin bald herausfindet. Auf der Suche nach den Drogenhändlern kommen sie aber den übermächtigen Konzernchef in die Quere. Dieser lässt sich natürlich nicht durch den einzelgängerischen Sheriff in seine effiziente Personalorganisation hineinspucken. Ein Profikillerteam wird zum entfernten Jupitermond geschickt und es kommt zum Finale.
 
 
 
 
Das Utopische ...
  ... war Sean Connery allerdings fern. 1974 spielte er die Hauptrolle in Zardoz, wo er als viriler, halbnackter Held sich durch den Film schoss, korpulierte und nebenbei einen fliegenden Steinkopf anbetete.

Autor und Regisseur Peter Hyams drehte neben Outland drei weitere utopische Filme: Capricorn One, eine Geschichte über eine medial gefakte Marslandung; 2010, der Sequel zu Kubricks 2001, bekanntlich ebenfalls in der Nachbarschaft des Jupiters angesiedelt, und Timecop mit Jean Claude Van Damme.

Outland ist, Jahrzehnte nach der nicht sehr erfolgreichen Erstaustrahlung, einen zweiten Blick wert. Der Kampf des einsamen Sheriffs, als Rest organisierten Gemeinwesen, gegen den übermächtigen Konzern und das alles in den Engen einer Community in der Peripherie (was ist denn noch weiter draußen als ein Jupitermond?); Das Super-Speed für die bessere Effizienz des produktiven Subjekts, das zur Verzerrung und weiters zur Auslöschung dieses führt. Vielleicht einige Sichtweisen, die einen als mittelmäßig gewerteten Science Fiction Film, in ein neues Licht erscheinen lässt.
 
 
 
 
 
Vortrag und Screening
  Hans Wus Vortrag beginnt am Samstag, den 1. November 2003 um 20:30 bei uns im monochrom-Raum im MQ (siehe Lageplan). Danach Screening des Films.
 
 
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