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Wien | 3.7.2008 | 22:27 
Snap your fingers, snap your neck.

Fuchs, Gerlinde, HansWu

 
 
Helmet live in Wien
  Mit Helmet ist das im Moment eine zwiespältige Sache, denn so sehr mir das Comebackalbum Size Matters gefällt, mit dem Nachfolger "Monochrome" konnte ich mich in keinster Weise anfreunden und irgendwie bekam ich spätestens da das Gefühl, dass Herr Hamilton es wie Bob Mould hätte machen sollen. Der hat Hüsker Dü schließlich auch nicht ohne Grant Hart und Greg Norton wieder reformiert, sondern gründete damals Sugar bzw. bringt seine Sachen unter seinem Namen raus.

Hamilton war da eigentlich schon auf dem richtigen, weil ähnlichen Weg, hatte er doch schon mit seiner neuen Band Gandhi ein paar vielversprechende Demosongs eingespielt und veröffentlichte auf diversen Soundtracks Beiträge als Solokünstler. Aber was macht er plötzlich? Mietet sich ein paar Musiker (die laufend wechseln), nennt das ganze wieder Helmet und veröffentlicht dann erst ein ziemlich gutes und danach ein eher schwaches Album. Unter diesen Voraussetzungen war meine Erwartungshaltung an Ham...äh...Helmet an diesem Abend in der Wiener Arena nicht allzu hoch. Sicher ist sicher.
 
 
 
 
 
  Als Helmet gegen 22 Uhr 45 begannen, war ich dann doch überrascht, wie locker flockig die für diese Band so charakteristisch abgestoppten Gitarren durch die Arena brezeln. Gar nicht mal schlecht das, wobei das nach oben genannter Erwartungshaltung nun auch gar nicht so verwunderlich ist.

Trotzdem fühlte sich das während der ersten Hälfte des Konzerts einigermaßen komisch an. Ich hatte damals (wo ja alles immer so viel besser gewesen sein soll) leider nicht die Gelegenheit, die Originalbesetzung von Helmet einmal live zu erleben. Jene meiner Bekannten, die dabei waren, berichten teils vom besten Konzert, das sie jemals gesehen haben. Nun ja, mit dem besten jemals gesehenen Konzert konnte sich dieser Auftritt nicht messen. Freilich, es war gut und es war technisch auch einwandfrei, aber der Funke wollte nicht so recht überspringen.

Ganz sicher war es nicht so fad, als dass man hätte einschlafen müssen wie jener Herr Security, der direkt an der Lautsprecherbox ein wenig vor sich hindöste, aber die meisten anwesenden Damen und Herren (mich inklusive) muteten während der ersten Hälfte des Konzerts an, als hätte sich wohlmeinend mit dem Kopf nickendes Publikum eines Jazzkonzerts versehentlich in die Arena verirrt.
 
 
 
 
 
  Freilich gab es diverse Begeisterungsrufe, als Hamilton auf Deutsch ankündigte, die zweite Seite von "Meantime" jetzt zum Besten geben zu wollen, und auch die ersten Takte jeglicher Songs von "Betty" (Wilma's Rainbow, Tic) oder "Aftertaste" (It's Easy To Get Bored) lösten diverse "Aaaahhs" und Beifallsbekundungen aus. Man kennt und liebt diese Songs eben und man wollte das einfach schon immer mal live hören.

Ab der Hälfte des Konzerts und nach Klassikern wie "Just Another Victim" taute das Publikum dann auch etwas mehr auf und bald darauf verließ die Band schon wieder die Bühne. Ähmja, nach gerade mal 45 Minuten schon den Zugabeteil einzuleitenm, erschien doch einigermaßen verfrüht, aber leider war es so.

Nach sehr kurzer Pause war die Band aber wieder da und es ward noch einmal begeistert mitgewippt, gar ein wenig kräftiger mit dem Kopf genickt und auch ein paar Stagediver wurden gesichtet, als dann endlich das allgemein eingeforderte "Unsung" durch die Arena schallte. Als die Band kurz vor Mitternacht gehen wollte, das Licht im Saal anging und Konservenmusik schon aus der PA zu tönen begann, ließ sich Hamilton aber doch noch zu einem Song überreden. Danach war dann aber wirklich Schluss.
 
 
 
 
 
  Ich werde jetzt den Teufel tun und dieses Konzert für schlecht befinden, denn das war es nicht und dafür ist Page Hamilton einfach viel zu gut. Unter dem Namen Helmet muss er sich aber schlicht und ergreifend daran messen lassen, was diese Band vor über 10 Jahren vollbracht hat und ich befürchte, da zieht diese Band 2008 den kürzeren.

Wie erst letztens bei Ministry wäre ich gerne auch hier mit dem guten Gefühl nach Hause gegangen, das doch noch einmal live gesehen zu haben. Leider war dem nicht so. Sehr schade.


Vielen Dank für die Fotos an Susi Ondrusova.
 
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