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Wien | 17.10.2008 | 18:28 
Snap your fingers, snap your neck.

Fuchs, Gerlinde, HansWu

 
 
Back in Black
  Fast kein Jahr verging seit dem Ausklingen des letzten Gitarrenakkords von AC/DC's zuletzt erschienenem Album "Stiff Upper Lip" im Jahr 2000, in dem kein Gerücht von einem geplanten Studioaufenthalt kursierte. Seit einem Jahr wurden jene oft gestreuten und leider genau so oft falschen Meldungen allerdings endlich wahr und die Gitarrenbrüder Angus und Malcolm Young enterten tatsächlich zusammen mit Sänger Brian Johnson, Schlagzeuger Phil Rudd und Bassist Cliff Williams die Warehouse Studios im kanadischen Vancouver, um ihr neues Album "Black Ice" in die Realität umzusetzen.

Die Fans überschlugen sich vor Begeisterung und die Webmaster manch halboffizieller AC/DC Website wird diese Tatsache zwar einerseits ebenso gefreut, andererseits aber auch einigermaßen genervt haben, platzierten sie doch gar schon in großen Lettern Meldungen auf ihren Startseiten, dass sie weitere Anfragen bezüglich Informationen zum kommenden Album der Institution in Sachen Rock nicht mehr beantworten würden.
AC/DC - Black Ice
 
 
Weltweit zweite nach den Beatles
  Dass es überhaupt ein neues AC/DC Album gibt, ist nicht unbedingt selbstverständlich. Ausgesorgt haben die Herren schließlich schon lange, sind Alben der Beatles doch die einzigen, die weltweit noch öfter über Ladentische wandern. Geldmacherei kann man ihnen also ganz sicher nicht unterstellen und als Unterstützung für ihr neues Projekt holten sie sich niemand Geringeren als Brendan O'Brien, der zu seiner Klientel auch Größen wie Rage Against The Machine, Pearl Jam, Bruce Springsteen und Soundgarden zählen darf.

Laut O'Brien sind es vor allem jene Songs von AC/DC's bisher erfolgreichstem Album "Back in Black", an die er sich spontan immer als erstes erinnert und mit dem Titel des am 17. Oktober in Europa und am 20. Oktober in den USA erscheinenden "Black Ice" dürfte die grobe Richtung schon mal einigermaßen klar sein.

Brian Johnson
 
 
Mehr Rock, weniger Blues
  Große Veränderungen waren selbstverständlich keine zu erwarten. Wer will das bei AC/DC auch, denn die spielen auch auf "Black Ice" wieder ihre schnörkellöse Version von hartem Rock mit Blues Elementen, der sie nach dem Einsetzen des ersten Gitarrenakkords sofort erkennbar macht. Im Gegensatz zum von manchen als "all zu bluesig" bezeichneten Vorgänger hat dieses Mal aber eindeutig der schweißtreibende, knallharte Rock wieder die Oberhand gewonnen. Konnte die im August veröffentlichte Singleauskoppelung "Rock N Roll Train" vielleicht noch nicht allzu sehr überzeugen, mit dem Album gelingt das AC/DC auf ganzer Länge.
 
 
 
Aufdrehen bis zum Anschlag
  Spätestens beim dritten Song "Big Jack" ist nämlich ganz klar, was zu tun ist. Anlage bis zum Anschlag aufdrehen und vielleicht ein wenig auf die Tatsache ganz einfach pfeifen, dass allzu große Lautstärke nicht gesund fürs Gehör ist und möglicherweise Ärger mit den Nachbarn bringen kann. Wenn man Glück hat, werden die aber spätestens beim zweiten Erklingen des Refrains sowieso mitsingen. Allerspätestens aber beim darauf folgenden "Anything Goes", bei dem der Songtitel ganz einfach Programm fürs ganze Album ist und vermutlich niemanden still auf einem Sessel sitzend halten kann, der Gitarrenklängen nicht ganz abhold ist.

Angus Young
 
 
Fäuste in die Luft
  Alles also beim Alten im Hause AC/DC. Zum "Faust in die Luft recken" animierende Stadionstampfrocker wechseln sich ab mit Blues Songs, die gar einem Muddy Waters zur Ehre gereichen würden. Freunde der Innovation oder der Veränderung werden auch im Jahr 2008 nicht viel damit anfangen können, denn genau genommen nehmen AC/DC eh immer die gleiche Platte in leicht variierter Form auf. Alle anderen dürfen frohlocken und sich über deren Rückkehr freuen, als würde ein guter alter Freund wieder mal auf ein Bier vorbeischauen, denn "Black Ice" ist ganz einfach das beste Album dieser Band seit "Back in Black".
 
 
 
Dagegen klingen manch jüngere alt
  Hart rockende Versuche älterer Herren mögen mitunter peinlich wirken oder gar Fremdschämen auslösen. Wie lange die Herren das auch immer noch betreiben wollen, die Tatsache, dass die meisten Bandmitglieder schon über fünfzig sind und Sänger Brian Johnson gar die 60 schon überschritten hat, ist an sich nicht erwähnenswert. Vielmehr ist es die Tatsache, dass man es nicht merkt, denn es gibt jüngere Bands, die älter klingen.

Malcolm Young wird seinem Ruf als einer der besten Rhythmusgitarristen immer noch gerecht, sein Bruder Angus rotzt nach wie vor ein Solo nach dem anderen aus den Lautsprechern und Sänger Brian Johnson mag vielleicht nicht mehr so hoch wie vor 20 Jahren kreischen, nichtsdestoweniger intensiv klingt sein gepresster Kopfgesang und man sorgt sich zum Teil immer noch, ob dem Mann beim Singen nicht doch irgendwann eine Ader im Kopf platzt.

Malcolm Young
 
 
Gleicher als sonst
  Wo andere sogenannte "große Acts" vielleicht mit technischer Perfektion und musiktheoretischer Finesse glänzen, dabei aber zu wenig spürbare Leidenschaft an den Tag legen (ein Schelm, wer nun "Metallica" dabei denkt), AC/DC haben wieder genau jenes gleiche Album gemacht, das sie eigentlich eh schon immer machen. Dieses Mal ist es aber noch ein wenig gleicher als sonst und wenn man in Würde schweißtreibend rocken kann, dann genau so und nicht anders.

AC/DC
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