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Stockholm | 19.11.2005 | 12:32 
Musik, Mode und Monarchie: Sweden, twelve points!

Smoab, Farkas, Gerlinde

 
 
The Skandinaviskt Way to Party
  So! Der Kater ist auskuriert, der Eintrittsstempel nach der zweiten Dusche mittlerweile verschwunden und das von neulich stehen und liegen gelassene Geschirr endlich abgewaschen. Jetzt kann das Leben wieder frisch und munter weitergehen ...

Oh, worum es hier eigentlich geht? Um ein paar nachträgliche Impressionen vom herrlichen Skandinaviskt Band Package Festival am Mittwoch in der Arena!
 
 
 
 
 
  Kollege Boris hatte es ja schon sehr schmackhaft angekündigt, geteast wie der eloquente Radiomensch zu sagen pflegt. Ich, momentan mehr Fulltime-Studentin als ernstzunehmende freie Medienmenschin, kann - nein - will jetzt nur noch nachträglich ein paar Begeisterungsfetzen von diesem skandinavischen Leckerbissen rekapitulieren.

Viel zu spät, ich weiß. Aber besser als gar nicht und eigentlich fand ich die musikalischen sowie darstellerischen Leistungen der Dänen- und Schwedenbands am Programm und auch die Bilder auf meiner 0815-Amateur-Digitalkamera einfach viel zu schön (Jaha, und das sogar ganz ohne Blitz!), als dass ich es hier vollkommen unkommentiert lassen möchte ;-)
 
 
 
OK, vi gör det!
  Genau um halb 9 hatte ich mich aus der allmittwöchigen Schwedischstunde an der Uni "geschlichen" und eine gute halbe Stunde später stieß ich mit meinen kältebedingten Rotbäckchen und meinem vor freudiger Erwartung heftig pochenden Herz mitten in einen dunstigen Traum von nordischen Poprock ...

(Ja, zu dramaturgischen Zwecken will ich es vorerst bewusst so allgemein halten! Also, wo bleibt der Trommelwirbel?)
 
 
 
Und zwar in den ersten Song von Cartridge, einer 4-köpfigen Band aus Nordjütland (Norddänemark und übrigens auch Ursprung meines dänischen Verwandtenteils), die mit ihrer intensiven Gitarren-Energie den pünktlichen Anfang des skandinavischen Festabends machten.
 
 
  Schade eigentlich, dass es in allen Lokalen dieser Welt zur frühen Stunde immer dasselbe ist: Das Publikum drängt sich in sicherer Entfernung zur Bühne zu einem gesichtslosen Haufen zusammen, nippt nervös am ersten Bier und belächelt "peinliche" Ausreißer (Groupies? Überschwengliche Frühbetrunkene? Einfach begeistert tanzende Musikliebhaber?).

Tja, da kann der erste Act des Abends ein noch so gut-klingendes Energiebündel sein (wie eben auch Cartridge), es wird vor 10 leider trotzdem nichts an der allgemeinen Zurückhaltung der Menge ändern können ... Aber das ist wohl überall so: In Stockholm nicht anders als in Wien, und ich traue mich fast wetten, dass man das Gleiche auch in Kopenhagen beobachten kann.
 
 
 
Exkurs "Schwedische Markenjeans": Wer schon jemals das "knallenge" Beinkleid der schwedischen Indie- und Rockerjugend bewundert hat, dem wird der Totenkopf von "Cheap Monday" eventuell ein Begriff sein.
 
 
  Aber warum beschwere ich mich eigentlich? So hatte ich wenigstens viel Freiraum zum Fotografieren und absolut freie Sicht für den Konzertgenuss, bevor ich dazu übergehen wollte, den Abend im passend skandinavischen Stile zu feiern. Öl och skitsnack, here I come!

... Es gab schließlich genügend Cheap Monday Jeans, hübsche Gesichter und zudem auch noch billiges Bier (im Vergleich zu Schweden) vor Ort. Ach, wie fühlte ich mich plötzlich so "zu Hause" ;-)
 
 
 
Just als ich mein zweites Bier in die Hand gedrückt bekam, ging es auch schon weiter im Programm. Auf der Bühne erschienen nun 5 adrett in Schwarz gekleidete Dänen:
Die "Cockney Rebels" von Moi Caprice.
 
 
  Ein an und für sich ziemlich bekannter Name aus der Kopenhagener Musikszene, der seit einigen Jahren die dänischen Hallen sowie das Roskilde-Gelände füllt, und Kashmir-Szene-Umkreis sowie MTV North um einige sehr schöne Popballaden wie "Daisies" und "Riding In Cars With Girls" bereichert hat.

(Zu den erwähnten Songs gibt es übrigens wirklich sehr bezaubernde Videos, die man auf der Bandwebsite herunterladen kann. Da geht es um siamesische Zwillinge, Fischer im Stripclub, Goldfische, ...)
 
 
 
Und wie man sieht, schließen die meisten Bandmitglieder sogar die Augen, wenn sie sich ihrer sinnlichen Musik hingeben. Sehr schön!
 
 
Nach einem leider viel zu kurzen (aber umso schöneren) Dänenfinale, ging es nun mit Schweden weiter. Nämlich mit den bezaubernden Sambassadeur.
 
 
  Tja, ich hatte diese gemischtgeschlechtliche Poptruppe zwar noch nie live in Action gesehen, doch nach etlichen Stockholmer Ausgeh-Abenden, wo mir die "Between the Lines"-Melodie mehr und mehr ans Herz gerückt war, schien mir Sambassadeur fast so alt-bekannt, als würden gute alte Kumpels da vor mir auf der Bühne stehen.
 
 
 
Als die Menge zu guter Letzt dann doch noch aufgetaut ist, war es auch schon Zeit für Johan und Peter a.k.a. Suburban Kids With Biblical Names, die Headliner des Abends. In Stockholm bringen sie mit ihren leicht ironischen Babababa!-Popknüllern die Tanzflächen stets zum qualmen. In Wien sorgten sie immerhin für beschwingtes Hinterteilgewackle.
 
 
  Ja, und damit war es das auch schon. Natürlich könnte ich jetzt noch von einer langen Afterparty med mycket öl och vin im Beisl und meinem großartigen (?) Language-Mix zwischen Deutsch, Englisch, Schwedisch und Dänisch erzählen, aber das ginge dann doch zu weit ...

Eigentlich wollte ich ja auch nur meinen, dass es wirklich wunderbar ist, wenn man an nur einem Konzertabend die Chance bekommt, gleich 4 tolle, aber hierzulande (noch?) unbekannte Bands zu sehen und den musikalen Horizont mal wieder ein kleines bisschen zu erweitern. Jättebra!
 
 
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