fm4.ORF.at ORF.at login
StreamPodcastsMail an FM4
zurück zur TitelseiteSOUNDPARK - Your Place for Homegrown MusicSTATION - alles rund um den RadiosendernotesCHAT
Stockholm | 16.12.2005 | 09:15 
Musik, Mode und Monarchie: Sweden, twelve points!

Smoab, Farkas, Gerlinde

 
 
Sonntag, Kinder, wird's was geben, Sonntag werden wir uns freu'n! Welch ein Jubel, welch ein Leben Wird im Arena-Hause sein!
 
Über beide Ohren mit TODO-Listen eingedeckt, bekomme ich heuer nicht sehr viel von besinnlicher Adventsstimmung mit und wahrscheinlich geht es einigen von euch genauso.

Aber wie wäre es da zwischendurch mit einer feinen kleinen Auszeit am Sonntag-Abend? Eine kurze Atempause, um Blutdruck und Stresspegel zu senken. Ein beschaulicher Moment mit Musik, in dem man sich getrost in der Flut des angestauten Gedankenmeers treiben lassen kann. Musik, die man ohne Scham ganz nah an sich heranlassen, die man mit größtem Respekt bewundern oder auch einfach nur genießen kann.

Liebe LeserInnen, dann empfiehlt es sich zweifellos, den vierten Advent mit Tiger Lou in der Wiener Arena zu feiern!
 Vorfreude ist die schönste Freude.
 
 
Tiger Lou - schick für den letzten Advent
 
 
Tiger Was?
  Tiger Lou, liebe LeserInnen! Das ist die großartige Ein-oder-vier-Mann-Band vom Schweden Rasmus Kellerman.

Jaja, schon recht, das ständige Schwärmen für die musikalischen Qualitäten des hohen Nordens hat in der Tat schon etwas sehr Ausgeschlachtetes und Abgelutschtes an sich. Aber was gut ist, soll auch so genannt werden.

Und Tiger Lou ist zweifellos ein Name, den man sich als Freund von guter (und schwedischer) Musik wirklich zu Gemüte ziehen sollte. Denn er steht für eingängige Popsongs mit Tiefe. Wunderschöne Ohrwürmer einerseits, gnadenlose lyrische Abrechnerei in den Texten andererseits.

 
 
 
 
Mensch ...
  Rasmus Kellerman ist in vielerlei Hinsicht ein ganz normaler Typ.

Ein bodenständiger junger Mann Mitte 20, der mit seiner Ehefrau in der Hauptstadt lebt und dort in der Designer-Branche arbeitet. Er mag Hunde, Filme und die Farbe Gelb.

Offensichtlich geht er gerne aus, denn man sieht ihn oft bei Stockholmer Konzerten aufmerksam mit einem Bier in der Hand im Publikum stehen, und ab und zu trifft man ihn auch noch in den frühen Morgenstunden in einer Altstadt-Bar mit späterer Sperrstunde.
 
 
 
... und Künstler
  Rasmus Kellerman ist in vielerlei Hinsicht aber ein ganz außergewöhnlicher Künstler.

Einerseits wegen seines unglaublichen Fleißes. Möglicherweise ist dieser Schaffensdrang durch den Einfluss seines Umfelds bedingt. Denn nicht nur, dass die Familie Kellerman ein regelrechter Musiker-Clan ist (Stichwort Dexter's Moon!), auch seine Frau Andrea sorgt als Firefox AK mit ihrem wunderhübschen iPop in Schweden gerade für Furore. Er selbst betreibt jedenfalls neben Tiger Lou auch noch ein elektronisch angehauchtes Nebenprojekt namens Araki, und wenn Andrea und Rasmus zur Abwechslung mal beide Zeit haben, werkeln sie zusammen eifrig an Las Puertas.

Andererseits muss man bei Tiger Lou auch den hohen Perfektionsgrad bewundern. Obwohl Rasmus vom Einspielen der Instrumente fürs Album bis hin zur Covergestaltung eigentlich fast alles selbst macht, klingt es absolut nicht nach Do-It-Yourself. Technisch wie auch stilistisch eine glatte 10.0, will ich meinen.

Die einzige Kritik, die ich jemals an Tiger Lou-Musik gehört habe, war, dass es vielleicht ein bisschen zuviel Rasmus ist. Das Projekt beschränkt sich nunmal auf eine einzige Person und die Musik entwickelt sich somit aus einem einzigen Standpunkt heraus. Insofern mag es sein, dass die Songfolge auf einem Tiger Lou-Album fast ein wenig zu glatt ist und kaum jene Spannung aufbauen kann, die mehrköpfige Bands beim Songschreibprozess quasi schon in die Wiege gelegt bekommen. Aber wer den Rasmus-Klang mag, wird sich auch nie langweilen.

 Rasmus Kellerman
 
 
 
 
The Loyal
  Das letzte und neueste Album ist gerade erst diesen Oktober erschienen. Es trägt den Titel "The Loyal" und ganz ehrlich, es ist eine der besten CDs, die ich dieses Jahr gehört habe. Melodien und Texte, die einen mit Anmut und Sarkasmus galant durch die dunkle Jahreszeit begleiten.

Hach, wie gerne erinnere ich mich daran, als ich Anfang November zu den Klängen von "Functions" und "Nixon" durch das Park-Laubmeer in der schwedischen Dämmerung gewandert bin. Solche Momente können mit dem richtigen Soundtrack richtig magisch sein ...

how bitter fucking sweet
how bitter fucking sweet it is
i wanna tell you this
this is all that i can say
this is all that i can take
this is all that i can give
i wanna tell
i wanna tell ya
this is all i have

 "The Loyal", das aktuelle Tiger Lou Album
 
 
Eine Runde durch den Park in Mälarhöjden ...
 
 
Und wie ist das Live?
  Nun, wenn Rasmus Musik macht, dann geht es ihm wohl in erster Linie um die Lieder an sich. Ein höchst fruchtbares Zusammenspiel von Spaß und persönlichem Ehrgeiz.

Wenn er also auf der Bühne steht, darf man sich kein wildes Herumgepose oder Action-geladene Showeinlagen erwarten, sondern sollte sich auf eines von jenen Konzerterlebnissen gefasst machen, wo man am liebsten die Augen schließt und lauscht.

Live besteht Tiger Lou aus 4 Bandmitgliedern. Zwei davon werden meine Stammleser schon kennen. Pontus Levahn (drums) und Erik Welén (bass) spielen nämlich auch bei Torpedo. Der vierte im Bunde kümmert sich um die Gitarre, hat coole Tätowierungen am Arm und heißt Matthias Johansson. Alles in allem also eine sehr feine Truppe, die ich euch getrost ans Konzertherz legen kann ;-)
 
 
 
Noch mal in Großaufnahme:
Pontus, Erik, Rasmus und Matthias
(v.l.n.r., v.o.n.u.)
 
 
Wer? Was? Wie? Wann? Wo?
  Und wie gewohnt, werte Leserschaft, werden zum Schluss die wichtigsten Daten noch mal in mundgerechten Stückchen verabreicht:

Tiger Lou (SWE) spielen am Sonntag, 18.12.2005, in der kleinen Halle der Arena Wien. Eintritt beläuft sich je nach Vorverkauf oder Abendkasse zwischen 8 und 10 Euro. Beginn ist für 20:00 angekündigt.
 
fm4 links
  Arena Wien

Tiger Lou
   
 
back
 Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick