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Stockholm | 15.3.2006 | 20:28 
Musik, Mode und Monarchie: Sweden, twelve points!

Smoab, Farkas, Gerlinde

 
 
Ska vi fika?
  "Warum hat die Janis schon wieder so lange nicht geschrieben?", fragen sich vielleicht manche LeserInnen.

Naja, ich war den ganzen Februar in Stockholm und hatte den Kopf und den Terminkalender leider (?) voll mit lauter anderen netten Dingen:
lieben Freunden, die man schon viel zu lange nicht gesehen hat, Konzerten von vorzüglichen schwedischen und internationalen Künstlern, dem einen oder anderen DJ-Gig meinerseits, Knüpfen von neuen Freundschaften auf der Tanzfläche, Comic-Recherche in der Serietek, Kulturinput in den städtischen Museen, Anprobieren von unerhört engen Jeans und natürlich der wunderbaren "fika"!
 
 
Mit Karin und Robin durch die Clubs ... Seufz!
 
 
Fika? Oh la la!
  "Fika" ist etwas total Schwedisches. Jede/r macht es. Jede/r mag es. Zu Hause oder an einem öffentlichen Platz wie dem "kafé". Meistens geschieht es in Gesellschaft. Freunde und Verwandte eignen sich nämlich besonders gut dazu. Aber auch allein kann "fika" ganz nett sein. Manchmal werden sogar geschäftliche Meetings in Form von "fika" abgehalten. Ja, das ist gar nicht selten ...

Und nein, "fika" ist absolut nichts Unanständiges, sondern nichts weiter als eine Art Kaffeepause ;-) Aber verwirrend ist der Name schon! Schließlich gab es laut meiner (ziemlich vertrauenswürdigen) Schwedischlehrerin doch tatsächlich Begebenheiten mit österreichischen Austauschstudenten, die von hübschen blond-und-blauäugigen Schwedinnen freundlich gefragt wurden "Ska vi fika?" und dann ganz enttäuscht waren, als sie plötzlich im Kaffeehaus und nicht bei ihr zu Hause landeten ...
 
 
 
Wenn es draußen etwas wärmer wird, haben die Schweden ihre "fika" ganz gerne auch mal draußen.
 
 
No fika, no fun!
  Gerade mal seit eineinhalb Wochen bin ich wieder zurück in Wien, aber meine Sehnsucht nach dem Norden steigert sich jetzt schon ins Unermessliche. Wo sind nur Love, Robin, Linnéa, Mimi und Daniel? Wo ist mein allmorgendliches super-leckeres Früchtemüsli mit "filmjölk" (Dickmilch, die es hier leider nicht gibt)? Und wo, verdammt, kann ich hier in Wien eine schöne schwedische "fika" haben?

Naja, auch wenn ich leider noch keine Wundermaschine zu Hause habe, die mich schnell mal nach Stockholm beamt, gibt es noch lange keinen Grund zur Verzweiflung. Denn:
 
 
 
Selbst ist der Mensch!
  Ja, genau! Wir basteln uns jetzt unsere eigene "fika"! Right here! Right now!

Eine traditionelle schwedische "fika" besteht aus einem warmen Getränk (Kaffee oder Tee) und dazu einer Kanelbulle (Zimtschnecke). Ha, klingt gar nicht so kompliziert! Das wäre ja gelacht, wenn wir das nicht hinbekommen würden, oder?
 
 
 
 
 
  Aber bevor ich jetzt zum "Swedish Chef" mutiere, leidenschaftlich "Smörebröd-Smörebröd-Röm-töm-töm-töm!" rufe und mich dabei frage, warum diese Muppet-Figur im Orignalton ein Schwede, in der deutschen Fassung aber ein Däne ist, muss ich mich noch schnell bei der werten Frau Kollegin Hummel entschuldigen, dass ich sie und ihre höchst schmackhaften Webbeiträge jetzt so dreist nachahme:
Ursäkta mig, kära fröken Humla! :-)

Okej, jetzt aber mal ran an die Arbeit:

 Smörebröd
Smörebröd
Röm-töm-töm töm!
 
 
Kanelbullar - Janis macht auf Hummel!
  Äh, ich glaube ich kenne nun den Schwedisch-Dänischen-Koch-Zwiespalt, denn vorm Loslegen stehe ich vor der Qual der Rezeptwahl. In der einen Hand halte ich das dänische Rezept meiner Mutter für 24 kleine Zimtschnecken, die ich und der ganze Fechtverein schon früher so geliebt haben, und in der anderen einen Ausdruck von sweden.ses Rezeptsparte, das zwar ur-original sein soll, ich persönlich aber noch nicht ausprobiert habe.

Hmmmmmmmm, was machen wir denn da? ...
Ach, am besten doch eine eigene feine Mischung aus den beiden: Skandinavische Kanelbullar à la Janis ;-)
 
 
 
Für den Hefe-ähm-Germteig brauchen wir:
100 ml Milch
1 Würfel Germ
300 g Mehl
100 g Margarine
1 EL Kristallzucker
1-2 TL Kardamom
1/2 TL Salz
1 Ei
 
 
Zuerst den Germ in der lauwarmen Milch auflösen und dann mit den restlichen Zutaten mischen. Kneten nicht vergessen ;-)
 
 
Während der Germteig nun 20 Minuten zugedeckt aufgeht, kümmert man sich nun um die Füllung, die unser "bulle" letztendlich zu einem "kanelbulle" macht!

Dafür braucht man:
100 g Margarine
100 g braunen Zucker
2 TL Zimt

Alles in einer Schüssel zu einer kompakten Masse zusammenkneten!
 
 
Nach ca. 20 Minuten den Teig zu einem ungefähr 3 mm dicken Rechteck mit etwa 30 cm Breite ausrollen. Darauf dann die Zimt-Zucker-Masse verteilen.
 
 
Zusammenrollen ...
 
 
... und in 24 oder 25 Scheiben schneiden.
 
 
Die Scheiben auf ein Backblech legen und etwas flach drücken. Anschließend deckt man das Blech zu und lässt die "bullar" noch einmal ca. 20 Minuten gehen.
 
 
Bevor wir unsere 24-25 kleinen Freunde zum Backen schicken, bestreichen wir sie noch mit einer Ei-Wasser-Masse (1 Ei + 2 TL Wasser) und bestreut sie mit Hagelzucker. Dann geht's aber für 5 bis 8 Minuten in den auf 220°C vorgeheizten Backofen.
 
 
Und fertig! Mmmmh!
 
 
  Wenn ihr jetzt bloß sehen könntet, wie ich mit stolz geschwellter Brust meine 25 neuen kleinen Freunde betrachte ... Ups, jetzt sind es nur noch 24 :-P Mmmmh!

Ja, das wird fein werden, wenn ich morgen meine liebe Freundin Doris aus dem Schweden-Kurs zur "fika" bei mir zu Hause einlade. Eventuell wird diese geteilte gemütliche Schlemmerei sogar einen Spitzenplatz in meiner persönlichen "fika"-Top-5 belegen ...
 
 
 
Meine fika-Top-3
  Platz 3:
Meine aller-erste Original-"fika" bei der Re:Act-Konferenz in Arboga.

Platz 2:
Die Mega-Fika mit Karin, Sara und ein paar deutschen Mädchen nach einer wilden Party-Nacht. Innerhalb dieser angenehmen 3 Stunden im Kafé String hab ich das wichtige schwedische Wort "påtår" (Nachfüllen des Bechers, üblicherweise im Preis für Kaffee und Tee inbegriffen) kennen und lieben gelernt.

Platz 1:
Nach einem langen und erbitterten Stadt-Land-Fluss-Kampf auf Englisch, musste ich eine knappe Niederlage gegen Love akzeptieren und eine spätnächtliche Runde Kanelbullar und Trinkschokolade ausgeben. "Fika" um 03:30 am, das lob ich mir!


Okej då, ska vi fika?
 
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  Rezept auf sweden.se

Das schwedische Wikipedia über "fika"
   
 
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