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Stockholm | 26.11.2006 | 13:24 
Musik, Mode und Monarchie: Sweden, twelve points!

Smoab, Farkas, Gerlinde

 
 
Modemanie, Schminksucht & Frisurenfimmel
  Neulich fragte mich eine junge Frau, die erwägt, irgendwann eventuell nach Stockholm zu ziehen: "Ich habe gehört, man müsse auch zum Einkaufen wirklich top-gestyled gehen. Würdest du das bestätigen?"

Nun ja, müssen tut man natürlich gar nichts. Aber eines lässt sich in Bezug auf den Durchschnittsstockholmer wohl beim besten Willen nicht verleugnen: Kleider machen Leute. Und Make-up und Frisuren und Accessoires auch! Mann und Frau Svensson wollen schick sein, snygg wie das auf Schwedisch heißt. Und dafür wird auch schon gerne mal eine ordentliche Schippe Modewahn auf den europäischen Style-Durchschnitt dazugelegt.
 
 
 
H&Ms Liebesaffäre
  Anfang November drehte sich beispielsweise alles um H&M und ihre kurzfristige "Liebesaffäre" mit dem holländischen Designerduo Viktor und Rolf. In 250 ausgewählten Geschäften verstreut auf der Welt wurde eine einmalige exklusive Kollektion mit 35 Teilen für die Dame, 25 Teilen für den Herren und etlichen Accessoires zum Thema Liebe vertrieben.

 (c) hm.com
 
 
  Mich persönlich würde es ja kaum wundern, wenn 240 dieser Filialen in Schweden lagen. Tatsächlich versammelten sich am Morgen des 9. Novembers hunderte Stockholmer vor den erlesenen H&M Boutiquen in der Stadt. In einem Fernsehinterview erzählte eine 17-jährige Karolina, dass sie schon seit 07:20 auf die Ladenöffnung um 10 wartete und dafür auch die Schule schwänzte. Die anschließenden Bilder in den Medien von der aufgeregt hereinstürmenden Menschenmasse, die die Tür öffnenden Sicherheitskräfte überrollte und mit reinster Kaufwut in den Augen hektisch in den Regalen herum wühlte, wird mir noch lange mit einem Kopfschütteln im Gedächtnis bleiben.

 (c) Aftonbladet.se
 
 
Grooming
  Das neuste Mode-Gesprächsthema in der Stadt nennt sich Grooming und bezeichnet Stockholms erste Make-up Boutique ausschließlich für den Herren. Von Pinzetten und Hautcremes bis hin zu Lippenstift und Wimperntusche, hier finden trändiga män alles was das snygg Herz begehrt.
 
 
 
 
 
  Wohlgemerkt eine schon jetzt sehr erfolgreiche Geschäftsidee. Unter den Kunden findet man Teenagepunks mit Akneproblemen ebenso wie adrette Geschäftsmänner, die sich noch etwas mehr herausputzen wollen. Vor zwei Jahren wurde Grooming ursprünglich als Webshop begonnen, nun will man sich innerhalb der nächsten zehn Jahre zu einer Geschäftskette mit Filialen in Stockholm, Göteborg und Malmö ausdehnen.
 
 
 
Alltagseitelkeiten
  Auch abgesehen von Spezialkollektionen und Spezialboutiquen nimmt der Wunsch zur Schönheit eine Spezialrolle im hauptstädtischen Alltag ein. In Gratiszeitungen sind Modetipps und Styleanalysen fixer täglicher Bestandteil. Auf den Straßen sieht man nie so viele Menschen wie zu Sommer- und Winterschlussverkaufszeiten. Und wer weiß, vielleicht sehen die Menschen morgens in der U-Bahn ja deswegen so müde aus, weil sie extrafrüh aufgestanden sind, um sich für den Tag herzurichten. Mein Indiekumpel war jedenfalls regelrecht bestürzt, als er erfuhr, dass ich nicht jeden Morgen meine Stirnfransen mit Haarspray fixiere, wie es sich für einen echten Stockholmer Indiemenschen gehört.

Aber was soll's! Ich gehe trotzdem mit Jogginghose und Schlabber-T-Shirt zur Waschküche am anderen Ende des Gebäudekomplexes, um meine Wäsche zu waschen. Und nein, darunter befindet sich kein einziges von diesen mit Herzen bestickten Viktor & Rolf Cocktailkleidern.
 
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  Noch mehr Make-up für Ihn:

manolo.se
Ein schwedischer Online-Style-Guide.
   
 
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