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Stockholm | 23.10.2002 | 17:36 
Musik, Mode und Monarchie: Sweden, twelve points!

Smoab, Farkas, Gerlinde

 
 
SKW
  Es waren einmal zwei bunte Gebäude in einer grauen Stadt. Darin hausten junge lustige Gesellen, die eifrig an so manch wundersamen Kunstfertigkeiten werkten. Diese bestanden aus herrlichen Tönen und wohltuenden Klängen, aus beschwingendem Takt und herzerwärmendem Rhythmus, aus fantastischen Bildern und lebendigen Farben. Die Schaffenden erquickten nicht nur sich selbst daran, sondern teilten ihr Glück gerecht mit allen, die auch daran teilhaben wollten.

Doch der König dieser Stadt (ein alter grauer Mann mit einer roten Schärpe) hatte gar keinen Sinn für junges Buntes. Deswegen schickte er gehorsame starke Männer, die zumindest eines der beiden Häuser zerstören sollten. Eiligst begann man mit der Arbeit und richtete ein Heidenchaos an ...
 Ein gar wunderliches Werk!
 
 
Scherben überall.
 
 
Hardcore Reality!
  Aber lassen wir das Märchengeplänkel, denn das ist beinharte Realität! Deswegen nennen wir doch alles gleich beim Namen:
 
 
 
 
 
  In St.Pölten gibt es den (Jugend-)Kulturverein lames (la musique et sun), dessen Sitz im (von der Stadt gegebenen) SKW (Spratzerner Kirchenweg) liegt. Das sogenannte SKW-Gelände besteht aus zwei Häusern, den sogenannten SKW 81 und 83, und ein bisschen Grün rundherum.

 
 
Proberäume für alle.
 
 
  Wie Trishes im Januar berichtete, wurde das SKW durch einen Brand erheblich beschädigt. Der Bürgermeister (Willi Gruber) kam nie, um den Schadensausmaß vor Ort zu begutachten, sondern kündigte einfach den Abriss vom 81er an, nachdem er Fotos gesehen hatte. Das genaue Datum nannte er allerdings nie.

 
 
Schock!
  Und so musste "lames" Ende September mit Schrecken die Auswirkungen der plötzlichen Räumung feststellen: Teures Equipement wurde rücksichtslos in Containern entsorgt, Fenster wurden herausgerissen, in das Greenbox-Projekt wurde gewaltsam ein Loch getreten und der Swimming Pool zwischen den beiden Häusern wurde gleich mitvernichtet.

2 Briefe blieben vom Bürgermeister unbeantwortet. Nur Kulturstadtrat Prof. Dr. Siegfried Nasko lud Vertreter des Vereins vor, um das ganze als ein "großes Missverständnis" abzutun. Wie dem auch sei, so wie es aussieht wird es ab 28. Oktober nur noch halb SKW geben.

 
 
Der Swimmingpool ... aber die Zeiten des Planschens sind wohl vorbei.
 
 
Schikane.
  Dass die ganze Angelegenheit quasi einer Schikane ähnelt, ist sonnenklar: Wird Nummer 81 abgerissen, fällt auch ein wichtiger Teil der Schallisolierung zu den Anrainern weg. Und wie es bei unserer verständnisvollen Zivilbevölkerung halt so ist, würden Lärmbeschwerden sicher nicht lang auf sich warten lassen. Den Rest kann man sich ja denken.

Ist das vielleicht sogar ein Schritt der St. Pöltner Stadtverwaltung, um sich einer vermeintlichen "Konkurrenz zur geplanten Jugendkulturhalle" (wie es Herr Nasko nannte) zu entledigen? Bloß warum nahmen dann Bauchklang an der Demo für eben dieses Projekt teil? Ihr Andreas Fränzl ist schließlich Vereinsobmann von "lames" und die Band probt schon seit einigen Jahren im SKW.

Nein, das alles ist nicht logisch. Nur verkorkst und ungerecht!

 Der Herr Vereinsobmann.
 
 
Traurig und wütend zugleich!
Made by Andreas Fränzl.
 
 
Wenn schon, denn schon.
  Falls das Haus wirklich abgerissen wird, so will "lames" es wenigstens nicht sang- und klanglos untergehen lassen. So viel es zur aktiv ausgeübten Kreativität der St.Pöltner Jugend beigetragen hat, so sehr soll es auch gefeiert werden.

Deswegen gibt es am Freitag, 25.10., noch eine gebührende Riesenparty. Genaueres ist leider noch nicht bekannt, aber man kann davon ausgehen, dass sich neben den Hausherren (Bauchklang, Quartz, etc.)hochkarätige Verstärkung aus Wien die Ehre geben wird ...

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