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Wien | 26.10.2008 | 12:18 
Please don't put your life in the hands
of a rock 'n' roll band

Farkas, Christianlehner, Ondrusova

 
 
FM4 Soundpark Clash 2008
  Mit einem Clash ins neue Soundpark Jahr ...
 
 
 
  Der Imperativ "Gemma clashen!" ist gestern nicht nur aus den Mündern der FM4 MitarbeiterInnen auf dem Weg ins Wiener WUK gefallen. Auch das Publikum fühlte sich aufgefordert, selbst zu clashen - schon alleine die Bühnenkonstellation machte es unmöglich hier nicht mitzumachen und nicht zumindest einmal am Abend seinen Nachbarn anzurempeln. Und so habe ich ein äußert gut gelauntes und aktives Publikum im Saal gefunden - der perfekte Puffer zwischen zwei wilden Acts, wie sich noch herausstellen wird.

 alle Fotos von
Florian Wieser
 
 
Ping Pong auch bei den Moderatoren: Gerald Votava vs. Mirjam Unger.
 
 
1981 / Manuel Normal
  Den Abend eröffnen zwei Soundpark-sucht-Band-Gewinner - Manuel Normal im Vorjahr und 1981 dieses Mal. Beide müssen nicht nur unter Beweis stellen, was man mit großem Budget machen kann, sondern auch noch versuchen, zwei völlig verschiedene Musikstile unter einen Hut zu bringen. Den hat allerdings Manuel Normal auf, der schon alleine mit seiner Lautstärke ordentlich auftrumpft. Der verrückte (natürlich positiv gemeint!) Mühlviertler scheut dem Gitarrensolo nicht und dreht schon ab Minute eins ordentlich auf. Der schlaue 1981 kann aber problemlos mithalten, so hat er zum ersten Mal einen Schlagzeuger mit in seiner Wüstenrock-Partie. 1981s Geheimwaffe sind die Gefühle, während Manuel Normal den Clash wortwörtlich nimmt und sofort zum Battle anstimmt: "Ich könnte noch viel schlimmer mit euch ins Gericht gehen!" Das kann man, weil von sirenen-artigen Riffs verstärkt, als Attacke sehen.

 
 
 
 
 
  Nach mehreren kleinen Sticheleien geht 1981 aufs Ganze und traut sich an sein Cover eines Manuel Normal Songs. Seine unbeschreibliche Version von "Sicher Net Du" wird in die Geschichte eingehen - vor allem weil es das einzige Mal war und sein wird, wo wir Pieter Gabriel auf Deutsch singen hören. Während 1981 die rasante Single entschleunigt, gibt Manuel Normal "Golden Age" eine Dosis Hyperaktiviät. Fairer Kampf meine Herren, beide sind Sieger.
 
 
 
 
 
Mieze Medusa & Tenderboy / B Seiten Sound
  Vorhang auf, Körperverrenkungen hin, Körperverrenkung her, das Publikum gewöhnt sich langsam an seine Aufgabe. Nein, cool über die Schulter blicken reicht nicht, nach jedem Mal Klatschen bedarf es einem Ganzkörpereinsatz. B Seiten Sound, die mit den meisten Mitgliedern auf der Bühne protzen, gehen den Clash locker an. Groovelastiges Jamaica-Feeling, von Angriffslaune keine Spur.
 
 
 
 
 
  Gegenüber springt das Energiebündel Mieze Medusa durch die Gegend und wehrt sich gegen die große Anzahl an B Seiten Musikern mit ebensovielen Wörtern pro Sekunde. Slammen, das kann sie und clashen auch. Aber trotz Hip Hop-Gesten noch immer keine Battlelaune, was sich spätestens auflöst als Mieze uns klar macht, dass das hier ein "Teamsport" ist. Als die B Seiten wieder dran sind, lässt es Mieze nicht nehmen ein Paar Rhymes beizusteuern - hier hat sich definitiv eine Freundschaft gebildet. B Seiten Sound covern ihren Song "Was", und gut gelaunt shaken alle vor und von der Bühne. Ein Hoch auf musikalische Freundschaften!
 
 
 
 
 
Cherry Sunkist / TNT Jackson
  Es wird Zeit für Synthies. Zeit, die Elektronik krachen zu lassen. Wer kann meinen Wunsch besser erfüllen als TNT Jackson und Cherry Sunkist. Was für eine Paarung. Anscheined inspiriert von Cherry's kreativen Bühnenensembles, haben sich die TNTs was ganz feines vom apokalyptischen Wühltisch geschnappt: psychedelische Vorhänge, die sie zu Kleidern/Kitteln drapiert haben. Fred Feuerstein lässt grüßen. Mit Face-paint bemahlt geht's los - düster, brachial oder "animalistisch", wie's Cherry Sunkist nachher beschreibt. TNT Jackson schaffen es, die lauteste Band des Abends zu sein. Mein Publikumsnachbar meint zwar, es wäre alles noch immer viel zu leise, aber mich blasen ihre wummernden Maschinen fast um.

 
 
 
 
 
  "Just shake it, Cherry!" meinen sie und geben ab an ihre Kollegin, die sich keineswegs einschüchtern lässt. Cherry Sunkist kontert und koketiert mit Disco-Noise gepaart mit ihrer souligen Stimme. Richtig grrrl-power! Im schicken Abendkleid werden dann doch noch ein Paar Gangster-Zeichen aus dem Ärmel geschüttelt und die Frage "Was macht ihr jetzt, TNT Jackson?!" in den Raum gestellt. Die schaffen es, noch mehr LSD-Romantik von sich zu geben. Cherry Sunkist beendet den Abend mit einem zufriedenen Grinsen auf den Lippen und einer hinreißenden Version von "Common Balls". Dass man das so singen könnte, hätte ich mir nicht gedacht. Mein Horoskop hatte mir für den heutigen Abend ja geraten, mehr Exzess auszuprobieren. Die Dame und die Herren haben's für mich getan. Ein lustiges hin und her zwischen Boys und Girl, aber: my heart belongs to Cherry!
 
 
 
 
 
Ein tropikalisches Geschenk von TNT Jackson oder eine Opfergabe an den Soundpark?
 
 
Kreisky / Fuzzman
  Den krönenden Abschluss des Abends bringt uns ein Paar, das vielleicht disqualifiziert werden hätte sollen. Sie haben das Doping betrieben - sich vorher schon viel zu gut gekannt. Just nach ihrer Zusage zum Clash sind die Kreiskys ins Fuzzman-Studio gefahren um ihr neues Album aufzunehmen. Schüler gegen den Meister , beide bewaffnet mit dem Wissen, was der andere so drauf hat.

Als Kreisky das neue "Asthma" anstimmen. liegt schon der Hauch von Anarchie in der Luft. Fuzzman versucht mit etwas Ruhigerem zu beschwichtigen und, Skandal!, hat dabei 1981 auf der Bühne! Das ist fast schon doppelt-Doping! Aber schön ist es trotzdem. Da wird Franz Wenzl gleich dazu verleitet, den Fuzzman im Song aufzufordern, seine "Probleme zu verstehen". Die Verstärker krachen, der Schweiß trieft, und beim Fuzzman-"Vandalen" Showdown vereinen sich beide Bühnen.

 
 
 
 
 
 
 
  Die Kreiskys formieren sich zu einer Art Backing-Band und Franz Wenzl streut ein "Fuzzman ist ein schlechter Mensch, der hat in seinem Studio keine Heizung" ein. Während die Musik immer intensiver wird, bahnt sich der große Moment an. Der Kreisky Frontman wirft sich ins Publikum, boxt sich durch die Menge, klettert am anderen Ende wieder rauf, und schunkelt Arm in Arm mit Fuzzman zum Grande Finale. Der revanchiert sich, indem er nach sämtlichen Rockstarposen auf seiner eigenen Bühne, die Bühne der mittlerweile Sängerlosen aber immer noch spielenden Kreiskys stürmt und Klaus Mitters Schlagzeug Stück für Stück abbaut, während der noch darauf spielt. Sowas machen darf halt nur der Chef. Bei diesem Auftritt haben wir alle gewonnen. Unentschieden, und gut so.
 
 
 
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  FM4 Soundpark Clash 2008
Die Videos aller Konzerte zum nochmal anschauen.

fm4.orf.at/soundpark

Clash Team #1
Mieze Medusa & Tenderboy treffen auf das B-Seiten Soundsystem.

Clash Team #2
1981 trifft auf Manuel Normal.

Clash Team #3
Kreisky treffen auf Fuzzman.

Clash Team #4
Cherry Sunkist trifft auf TNT Jackson.
   
 
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