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Wien | 16.11.2008 | 00:08 
Scheinlicht im Nebelwerfer. Reis(s)ende Rückblicke auf bleibende Bühnen.

BorisJordan, Fuchs, Hofer

 
 
Pflichttermine und To Do-Listen
  "Where are your manners?" fragen The Twilight Sad in ihrem Song "Cold Days From The Birdhouse", dem Opener auf ihrem Debüt "Fourteen Autumns & Fifteen Winters". Wo meine guten Umgangsformen geblieben sind? Gefressen vom Zeitmonster! Die letzten Meter zum WUK habe ich mir angesichts meiner Verspätungen genauso ausgemalt, wie sie dann tatsächlich passiert sind. Zur Halle laufen, an den Securities vorbei, verschwitzt und verärgert, bis zum Saaleingang, wo ich zum letzten Akkord der Vorband - ausatme: Es ist vorbei.
The Twilight Sad have left the stage. Schütteln und rühren möchte ich die BesucherInnen, die sich im Vorbeigehen die Frage nach "Wer war das?" mit "Keine Ahnung!" selber beantworten. Was für ein Drama. Ganze 35 Minuten lang hat das Gastspiel der Schotten im Vorprogramm von Mogwai gedauert. Lang genug zur Einstimmung auf den Hauptact, zu kurz, um meine Ohren - selbst wenn sie mehr als Wind gehört hätten - zufriedenzustellen. Der Frusteinkauf war selbstverschuldet, also: einmal Shoegazer-Rock mit Akzent to go: Die aktuelle Mogwai Support Tour finanzieren sich The Twilight Sad schließlich mit einem selbstgebrannten Outtakes-Album.
Für alle Fragenden: myspace.com/thetwilightsad.
 
 
 
The Twilight Sad. Entweder es ist das Original in Austin, TX oder eine Kopie. Who cares.
 
 
The Sun Smells Too Loud
  Mit "The Sun Smells Too Loud" haben sich Mogwai vor ein paar Monaten in meinen Gehörgängen zurückgemeldet. Ein neuer Song vom neuen Album "The Hawk Is Hawling". Alles andere als "typisch" für die Band: der aufbauschende Sound diesmal elektronisch unterstützt, ein kleines Detail innerhalb der 10 Tracks, aber nicht unwesentlich für die Pedal-betriebene Saitenarmada, die das Mogwai-Universum sonst darstellt. Stuart Braithwaite lacht und erzählt: Nein, den Song spielen sie sicher nicht live, dafür müssten sie mehr üben. Stuart Braithwaite, man könnte ihn nach dem gestrigen Konzert zur Abwechslung auch mal Sänger nennen. Denn mit der üblichen Instrumental-Gute-Nacht-Dröhnung wurde ausnahmsweise gleich in der ersten Halbzeit gebrochen. Da erklang doch tatsächlich "Cody" vom "Come On Die Young"-Album im Saal.
 
 
 
 
 
Das ist nur ein Teil der Werkzeuge.
 
 
Das Geburtstagskind: Barry Burns.
 
 
  Mogwai proben mindestens vier Tage die Woche, entweder, um sich auf Konzerte vorzubereiten, oder, um neues Albummaterial vorzubereiten. Mit Betonung auf Vorbereitung. Mogwais Musik ist detailverliebt. Bei Mogwai geht es tatsächlich auch um Können. Zuallererst das lehrbare Talent, dann die Idee. Streber. Dabei kann und soll wohl "Everyone could make this music!" auch als ein Understatement gelesen werden. Schließlich mache erst die Neuinterpretierung der Einflüsse - selten bespickt mit biographischen Zusatzinformationen zwecks Erweckung von Fannähe - aus einer Band diese eine Band.
 
 
 
 
 
  Die spärlichen Informationen zum Innenleben der Musiker besteht aus musikalischen Referenzen- da wäre wohl Iggy Pop, die Nächstenliebe zu Aidan Moffat, die Hassliebe zu The Doors und die bestätigte Bewunderung für My Bloody Valentine. Eine Band, die der Mogwai-Mannschaft schon das lauteste Konzerterlebnis ever beschert hat. "Music is bigger than words and wider than pictures!" hört man gerne aus dem Rock Action-Umfeld; und dafür stehen sie auch. Für das Detail am Rande, für jedes Zahnrad, das etwas Größeres in zusammenhängende Fahrt bringt.
Und das Konzert hat gezeigt: je lauter sie als Band, desto heller ihre Bühne. Das reicht bis zur grellen 5-Uhr-Frühschicht-Badezimmerbeleuchtung. Wie gegen Ende des Konzertes, in der Verlängerung, als ich wieder am hinteren Saaleingang stand - atemlos.
 
 
 
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