fm4.ORF.at ORF.at login
StreamPodcastsMail an FM4
zurück zur TitelseiteSOUNDPARK - Your Place for Homegrown MusicSTATION - alles rund um den RadiosendernotesCHAT
Wien | 1.10.2008 | 13:06 
Rasierklingen, Schokolade, Zentralnervensystem, Ananas, Narzissmus und Ausgehen.

Gerlinde, Rob

 
 
All My Demons
  Als eines der erfolgreichsten Instrumentals in der Popgeschichte gilt das Stück 'Apache', komponiert vom Londoner Jerry Lordan. Der verdiente in den Fünfzigern sein Geld für Zigaretten und Scotch mit Rock 'n' Roll-Kompositionen für Leute wie Cliff Richard oder die Shadows.

1959 sieht Lordan den Western 'Apache' mit Burt Lancaster und fühlt sich von dem Film derart inspiriert, dass er zügig und von Indianer-Vibes beseelt, ein Instrumental gleichen Namens verfasst. Lordan verkauft sein Baby an den damals in England sehr populären Gitarrenvirtuosen Bert Weeden. Und seitdem explodiert Apache unaufhörlich. Seit den Sechzigern wird das mystisch-schleichende Stück Musik unaufhörlich gecovert und neuinterpretiert. Große Interpretationen liefern die Shadows oder Dick Dale.
 
 
 
  Apache hat vom lautmalerischen her nur wenig mit der Ästhetik des Augsburgers Danijel Zambo gemein. Aber es ist ein schönes oder wahrscheinlich das beste Beispiel, wie gut Popsongs ohne Gesang funktionieren können. Nun ist Gesang in elektronischer Musik schon lange oft nur mehr Nebensächlichkeit. Aber instrumentale Nummern, die ins Gehirn knallen, wie von Engeln gesungene Pophits und gleichzeitig intelligent sind, gibt es dann doch nicht so oft. Und jetzt nach Augsburg.

 
 
  Dort wohnt und arbeitet der Anfang 30jährige Danijel Zambo. Musikalisch schon seit früher Jugend in verschiedenen Bands und Projekten unterwegs. Ein Vorzeige-Musik-Addict seiner Generation. An allen Genres interessiert, über alle Genres wissend. Sammler und Musiker. Fan und Schaffender. Noch vor kurzer Zeit war er mit der Band von Roman Fischer musikalisch aktiv. Am Bass. Aber das war ihm zu wenig.

Nach vielen Jobs, in vielen Bands, an vielen Instrumenten, wollte sich der Augsburger nur auf seine musikalischen Visionen konzentrieren. Und das Ergebnis hat er diesen Sommer mit seinem Album 'All My Demons' veröffentlicht.

 
 
  Wer die Musik von Danijel Zambo labeln will, hat es nicht leicht. Schon mal ein gutes Zeichen.

Zambo verwischt Electronica und analoges Forschen, lässt Kontraste aufeinander krachen. Lässt R 'n' B und eine Ahnung von Doom Metal einander beschnuppern, irritiert im gleichen Track mit Indieslackertum, um dann mit klassischen Arrangements die Balance wieder zu finden.

Und obwohl Differenzen seine Musik prägen, fließt 'All My Demons' phantastisch homogen dahin. Und genauso hantiert Danijel Zambo auch mit den Emotionen. Führt einen oft subtil über Grenzen, die auf den ersten Blick phonetisches Marzipan sind. Und bevor sich das Marzipan als Treibsand entpuppt, wird man schon wieder in eine andere Wiese gesetzt. Großartig und ganz ohne Gesang.

fm4 links
  Danijel Zambo
   
 
back
 Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick