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Wien | 25.4.2008 | 11:46 
Filmflimmern.

Gerlinde, Matthews, Pamela

 
 
Das Gold der Narren
  Zwei Wiederbelebungen schwebten Regisseur Andy Tennant vor, die "Fool's Gold" zu einer Abenteuerkomödie mit Romantikeinschlag machen würden. Erstens sollte der Esprit von Michael Douglas und Kathleen Turner in "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten" beschworen werden, in dem die in Sachen Abenteuereien durchaus Indiana Jones das Wasser reichen könnnen. Zweitens sollte die Kate Hudson/Matthew McConaughey Chemie aus "How to lose a guy in 10 days" reanimiert werden. Kein Künstler am Defibrillator, der Herr Tennant, denn weder das eine noch das andere erwacht in "Fool's Gold" zu neuem Leben.
 
 
 
Mein Ssssatz
  Ein Schatz soll gehoben werden, seit Jahren investiert Finn seine Zeit und das Geld anderer Leute in die aufwändige Suche nach dem wertvollen Klimbim eines versunkenen Schiffs aus dem 18. Jahrhundert. Die genaue Geschichte des Schatzes wird in einer gefühlt drei Tage dauernden Sequenz von McConaughey und Hudson nacherzählt, dem starren Blick von Donald Sutherland ist in dieser Szene anzumerken, dass auch er keine Ahnung hat, wovon die Rede ist. Donald Sutherland ist als Billionär mit billigen Jacketkronen einer vom Triumvirat, das von den Drehbuchatoren wohl in besonders ausgelassener Laune mit einem lachhaft schlechten Akzent versehen wurde. So versucht sich der Kanadier Sutherland am britischen Idiom, Ewen Bremmer muss als Ukrainer Alfonz so reden, wie man sich in Tinseltown mal ausgedacht hat, dass im Osten Europas englisch gesprochen wird und Kevin Hart steht einem kautabakschmatzenden Südstaatensherrif in Sachen Sprachmelodie nichts nach.

 Donald Sutherland
 
 
Bigbunny
  Dass die Dialoge in verschiedenen Dialekten ihren Weg ans Licht der Welt finden, lenkt leider nicht davon ab, dass es allesamt keine besonders geistreichen Satzkinder sind. In Sachen Geistesreichtum ist "Fool's Gold" aber ohnehin ein armer Schlucker und lässt sich sogar die Chance entgehen, Finn einen Gegenspieler vor die Nase zu setzen, der ein wenig Spannung in die uninspirierte Abfolge von Szenen bringen könnte, in denen McConaughey eins auf den Deckel bekommt. Der hauseigene "Fool's Gold" bad guy aber, ist ein gieriger Rapper namens Bigbunny, der weder Bösewicht noch gelungene Bling-Bling-Hip Hopper Karikatur ist.

 Matthew McConaghey
 
 
  Als sich der Film endlich zu einem letzten Ächzer namens Showdown aufbäumt, gibt es eine brutale Entgleisung in einem Szenario, aus dem ein 70er Jahre James Bond durchaus was hätte machen können. Der Schatzsuch-Handlungsstrang wird also volle Kraft voraus in den Sand gesetzt und das zweite Gleis, auf dem der Film dahinfährt, ist ein totes: Lauwarm und halbherzig wird noch eine Prise romantischer Komödie in die Abenteuerei eingement. Als Ex-Ehepaar, das durch ein paar hanebüchene Einfälle des Drehbuchs (don't ask!) auf dem gleichen Schiff landet und sich zum Team "Schatzsuche" formiert, bringen Hudson und McConaughey nicht gerade ein Übermaß an stimmiger Chemie auf die Leinwand. Als running gag-Rettungsreifen in den hohen Wogen der Witzlosigkeit wirft das Drehbuch wiederholt Andeutungen auf Finns atemberaubende Liebhaberqualitäten aus.


 Kate Hudson
 
 
Penny Lane
  Für Kate Hudson würde man sich ja großherzig einen Film wünschen, bei dem man sich nicht für ihre Rollenwahl ein bisschen geniert. Seit "Almost Famous" hat sie sich auf der Leinwand nicht gerade in Filmen verewigt, die den Weg ins Langzeitgedächtnis, geschweige denn in die DVD-Wunschliste gefunden hätten. Matthew McConaughey, der tapfere Mann im Kreuzzug gegen die Beengung durch Oberbekleidung, hat zwei Filme in seinem Werkkatalog, zu denen meine Gedanken manchmal wandern.

In Richard Linklaters "Dazed & Confused", einen Film, den man gar nicht oft genug anschauen, empfehlen oder weiterschenken kann, ist der lachrosabehoste David Wooderson mit der Eisenherzfrisur und Schnurrbart, der längst der Highschool entwachsen, mit den Schülern durch die Nacht fährt. Der andere Film ist "Frailty", meine Erinnerung daran ist zwar verschwommen doch mit einem kalten Schauer verknüpft. Der düstere Thriller mit Horroreinschlag von Bill Paxton steht oben auf der Liste der Filme, die ich dringend mal wieder anschauen muss.

 McConaughey in "Dazed & Confused"
 
 
Owen?
  McConaughey kann also durchaus mehr, als der ewig zähnebleckende, sonnengebräunte Darling der Nation zu sein. Was er nicht kann, davon ist "Fool's Gold" ein Beweisvideo mit Überlänge, er kann keine Rollen spielen, die ein komödiantisches Talent abseits vom gut getimeten Pointenservieren verlangen. Jemand wie Owen Wilson, der frei vom Makel des Makellosen ist und ein Gefühl für Komödie mit Körpereinsatz hat, hätte zwar "Fool's Gold" nicht zu einem Schatz gemacht, aber vielleicht ein paar Szenen versilbert.

 
 
  "Fool's Gold", im deutschen mit "Ein Schatz zum Verlieben" ohnehin titeltechnisch im Ozean der Einfallslosigkeit versenkt, ist nach "Fools Rrush In" Andy Tennants zweiter Film mit der englischen Bezeichnung für Pappnase im Titel. Andy, this is your subconscious speaking.

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  foolsgoldmovie.warnerbros.com
   
 
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