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Wien | 26.11.2008 | 16:15 
Filmflimmern.

Gerlinde, Matthews, Pamela

 
 
Fantastische Fakes, schöne Schwindel
  Als ich fünfzehn war hieß meine Lieblingsband "Hey that's my bike" und existierte nur in Ben Stillers Spielfilm-Regiedebüt "Reality Bites", aber sie hatte das, was sonst keine Band auf Erden zu bieten hatte, die Kombination eines guten Bandnamens und Ethan Hawke als Sänger. Es waren nunmal die Zeiten, die Freund W. immer als "als ein goatee genug Zeichen war, um zu den Guten gezählt zu werden" bezeichnete. Am Soundtrack zu "Reality Bites" fand sich auch tatsächlich ein Hey thats my bike-Stück, das ganz grungemantragetreu "I'm nuthin" hieß und ganz hat mich die Band auch noch nicht losgelassen. Zwischen mir und A. ist Hey thats my bike eine e-mail abschiedsformel geworden. Und so schlepp ich sie mit mir rum, die Fiktion, die oft um soviel besser ist als die Realität. Oder zumindest unterhaltsamer. In der heutigen Ausgabe der Small Screen Stories geht es um Bands, die es eigentlich nicht gibt.
 
 
 
Cheese and Onions
  Spinal Tap, von denen Liam Gallgher angeblich geglaubt hat, sie seien eine echte Band, sind wahrscheinlich die berühmteste fiktionale Band, aber bereits in den 1970er Jahren machten sich Eric Idle und Kollegen aus der Beatles-Parodie eine Lebensaufgabe: "The Rutles" waren zunächst Gegenstand einer Fernsehserie, 1978 gabs dann die Filmversion "The Rutles - All you need is cash". Beinah jedes Lied der Beatles wurde leicht abgewandelt, aus "Help" wurde "Ouch", die Plattentitel lauteten "A Hard Day's Rut", "Twist and Rut" und "Sgt. Rutter's Only Darts Club Band". Der echte Beatle George Harrison, der später Monty Pythons "Life of Brian" produzieren würde, war auch hier mit von der Spaßpartie und schlüpfte in die Rolle eines Reporters, Bianca Jagger spielte eine gelangweilte Ehefrau namens Martini und Mick Jagger und Paul Simon sich selbst. Als Anspieltipp empfehle ich vom Soundtrack zu "Yellow Submarine Sandwich" den Song "Cheese and Onions", weil ich finde, dass es ohnehin zuwenig Songs gibt, in denen buchstabiert wird.



The Rutles - "Cheese and Onions"
 
 
 
Glitzerflitzer
  1997 schnalzte "Velvet Goldmine" in mein Leben und ich hatte eine weitere fiktive Lieblingsband. In Todd Haynes fantastischem Film - lose angelehnt an David Bowies Ziggy Stardust Zeiten - glitzert und glamt sich Jonathan Rhys Meyers als Brian Slade durch die Welt der Plateausohlen. Der fantastische Soundtrack sollte in keinem Haushalt fehlen, denn manchmal ist es einfach an der Zeit für Maxwell Demon and the Venus in Furs, für Rhys-Myers mit rosa Perücke und kinky Schönheitsfleck und Ewan Mc Gregor in Pelzhosen mit Bockbeinen.
 
 
 
The Ballad of Maxwell Demon aus "Velvet Goldmine", das Video gibts hier auf youtube
 
 
You are gold and sil-ve-e-er
  Als Kollege Jordan vor kurzem die Frage nach Songs, die am eigenen Begräbnis gespielt werden sollten auf den Tisch brachte, entstand mein Masterplan. Es sollte ein Wham! Lied sein, denn der Anstand würde gebieten, dass man nicht davonläuft (wie es so viele tun, sobald man auch nur Wham! denkt). Weil ich der Band, die immerhin die Spitzenzeile "You make the sun shine brighter than Doris Day" in die Welt geschossen hat, freundlich geneigt bin, konnte ich auch dem nicht weiter erwähnenswerten Film "Music and Lyrics" zumindest für 2 Minuten 29 Sekunden etwas abgewinnen. Da gibt Hugh Grant eine Hälfte einer Wham-inspierten Band namens Pop! und hüftschaukelt sich weißbehost durch ein cheesy Video inklusive Traumsequenzen, Synthiesolo und choreographierten Claps.
 
 
 
Pop! - "Pop goes my heart" in "Music and Lyrics". Video gibts hier auf youtube
 
 
Drama Brent
  Apropos cheesy. In der zweiten Staffel der gnadenlosen Office-Staffel ließ Ricky Gervais ein Video auf uns los, das sich mit verwaschener Bilitis-Optik, hanebüchenem Set-Design und übertriebener Video-Schauspiel-gestik gewaschen hatte. Seht selbst: Gervais Charakter David Brent leidet sich durch "If you don't know me by now".
 
 
 
David Brent - "If you don't know me by now" Video gibts hier auf youtube
 
 
Zugabe: A-ha
  Und nochmal: Apropos cheesy. Hier folgt eine leicht themaverfehlte Zugabe. Denn die Band ist echt, der Text aber "falsch". Zu dem vom "Wurlitzer" bis zur Ohnmacht gespielten Video von A-has "Take on me" gibt es jetzt eine Version mit neuem Text von einem Youtube-User, der sich der Vision verschrieben hat, neue Liedtexte zu kreieren, in denen schlicht und einfach der Videoinhalt nachgesungen wird. WTSIWTS, what they sing is what you see. Heißt im Fall von "Take on Me" dann zum Beispiel "So now you're inside. Eveything's drawn and super 80ies". Für Ungeduldige: Los gehts bei Sekunde 37.


 
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