fm4.ORF.at ORF.at login
StreamPodcastsMail an FM4
zurück zur TitelseiteSOUNDPARK - Your Place for Homegrown MusicSTATION - alles rund um den RadiosendernotesCHAT
Wien | 9.2.2007 | 16:58 
Flaschendrehen und Tischerlrücken, Schmerzenhören und Seelebrennen, garniert mit einem Hauch von Zimt.

Fuchs, Pfister

 
 
To be loved
  Manche Menschen verehren diverse Manifestationen der Populärkultur nachgerade religiös.
Gerne und oft werden derartige Obsessionen auch vor sich hergetragen, auf die Brust gemalt oder per myspace zur Schau gestellt.
Daran finde ich nichts vordergründig Anstößiges, geht man aber vom Neokonsens aus, dass Religion jedenfalls Privatsache ist, möchte ich das religiös außen vor lassen und mich auf folgendes Statement beschränken:
 
 
 
Ich verehre die Bright Eyes
  Dabei war das nicht immer so.
Oft bedarf es im Leben einer Zäsur, um den Fokus zu verändern, Schönheit außerhalb der antrainierten Brennweite zu erkennen.
Vor bald zwei Jahren habe ich zwar nicht direkt im Auto gewohnt, war aber salopp gesprochen nahe dran.
Eine handfeste Lebenskrise, Wohnungsverlust und temporäre Untermiete am Ende der Stadt ließen mich seinerzeit einiges an Ego und Ballast abwerfen.
Das wenige, was blieb, war die zarte Hoffnung, Freude am Hier und Jetzt zu haben, sowie ein alter Golf mit CD Player.
Und Musik...
 
 
 
  So, I've made peace with the falling leaves.
I see their same fate in my own body.
But I won't be frightened when I am awoken from this dream
and returned to that which gave birth to me.
And the story goes on and on and on and on...
(METHOD ACTING / LIFTED)

 
 
  Conor Oberst ist der große Geschichtenerzähler, der traurige Musikant, der Bauchladenkaufmann der Melancholie.
Er erzählt keine Geschichten über verchromte Diskoträume, keine Geschichte der Menschen und ihrer Politik.
Er erzählt immer seine Geschichte.
In Worten, die tragen, sein Leid, mein Leid, unser aller Leid.
So wird sie schlussendlich auch unsere Geschichte.
 
 
 
  Now and again it seems worse than it is, but mostly the view is accurate.
You see your breath in the air as you'll climb up the stairs to that coffin you call your apartment.

(SOMETHING VAGUE / FEVERS AND MIRRORS)

 
 
  Conor Oberst ist jung und dennoch uralt.
So zeitlos wie die Verzweiflung am Sein.
So schön wie das Gefühl, wenn sich obige Verzweiflung durch momentartiges Loslassen für Sekunden in Nichts auflöst.
Die Dualität aus Schönheit und Schmerzen kennt keine Zahlen, keine Daten und kein Alter.
Die Musik der Bright Eyes begleitet den 18-Jährigen im Sturm und Drang wie den 38-Jährigen im Aufgeben.
Es wird nicht besser.
Aber es kann dennoch schön sein.
 
 
 
  Why are you scared to dream of god
When it's salvation that you want?
You see stars that clear have been dead for years
But the idea just lives on

(WE ARE NOWHERE AND IT'S NOW / I'M WIDE AWAKE IT'S MORNING)

 
 
  Wer bis hierhin Momente seiner Hörerlebnisse wiederentdeckt oder auch nur den Text pathetisch und schwachsinnig findet, die Bright Eyes aber trotzdem mag, für den ist der 6. März ein Jubeltag.
Dann erscheint nämlich der nächste Streich des Herrn Oberst, die EP "Four Winds".
Ich durfte geknebelt einer Vorabdarbietung der sechs neuen Nummern lauschen und Freunde, es ist von einer Gutheit!
Das richtige Album "Cassadaga" erscheint dann endlich Anfang April.
Und wenn es nach mir geht, wird FM4 dann tagelang monothematisch berichten.
Amen.
 
 
back
 Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick