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Wien | 5.3.2007 | 12:19 
Flaschendrehen und Tischerlrücken, Schmerzenhören und Seelebrennen, garniert mit einem Hauch von Zimt.

Fuchs, Pfister

 
 
Tirol statt Seychellen
  Rein wissenschaftlich wird die Welt ja weder größer noch kleiner. Und auch Italien ist nach wie vor so weit weg wie damals, als unsere Großeltern im Campingbus nach Bibione tuckelten, wie eine heimische Supermarktkette erkannt hat. Trotzdem ist die Welt eine wertfrei internationalere als am Anfang des vorigen Jahrhunderts, als "Italien" wohl gefühlt ein wenig weiter weg war als heute. Hinter dem Isonzo.

Doch weil irgendwann in den 60er Jahren die meisten Häuser fertig waren und die Schnitzel ihre Wirkung zeigten, durfte dann auch Hausmeister-Familien wie die meiner Oma bis an die Adria. Ein Wahnsinn, damals.

Nun, die Aussicht auf Spielhallen in Lignano und eine ultra exotische Pizza Cardinale ist vielleicht nicht mehr ganz so sensationell wie seinerzeit, das Bedürfnis der Menschen, die Welt zu bereisen, hat sich aber auch nicht verringert.
Ich lehne mich mal ein wenig aus dem Fenster und behaupte, das ist ganz gut so.
Im Jahr 2007 darf die Oma nach Andalusien, die Mama bis nach Kuba, und der Bua war einige Wochen in Thailand.
Und auch wenn die weltpolitische Vernetzung und Völkerverständigung durch die Reiselust der Familie Zikmund nicht signifikant steigt, ein bissl was bleibt schon hängen. Wahrscheinlich machen heutzutage auch mehr Menschen Yoga als 1914. In Bangkok habe ich sogar eine Frau getroffen, die mir ihre Urlaubsfotos von der Wiener Hofburg zeigte, hat ihr erstaunlicherweise auch gut gefallen. File under: Kennenlernen und Horizonte verschieben, dürfte vordergründig mal nicht so böse sein.
 
 
  Doch leider haben wir die Rechnung ohne der Zukunftsschmiede der ÖVP, aka Umweltminister Josef Pröll gemacht. Die Österreicher sollen der Umwelt zuliebe auf Fernreisen verzichten. Weniger Kerosin, weniger Klimaschädigung, hört sich logisch an.

Beim zweiten Hinsehen, und ohne zu wissen wie viel Emission ich tatsächlich mit einem Bangkok-Flug verursache, stellt sich dann aber doch zarter Zweifel ein.

Ich spreche jetzt mal gar nicht von den grauen Männern, die täglich von London über L.A. nach Berlin jetten, um wichtige Logistik-Synergien auszubaldowern, vielleicht erfindet ja bald mal jemand so was wie das Internet und Videokonferenzen, nein, der Nachsatz bereitet mir Kopfzerbrechen und Fernweh im Anfangsstadium.

"Urlaub im eigenen Land bringt den heimischen Tourismusregionen zusätzliche Einnahmen. Und nach einer auf Grund des Schneemangels eher verkorksten Wintersaison wäre Österreichs Tourismusindustrie zweifellos über mehr Gäste im Sommer erfreut."

Da stellt sich neben der Frage, warum ich meine Euros lieber dem Schlosswirt am Wörthersee statt dem Resort in KohPhangan in die Taschen schieben soll, natürlich auch das Problem: Gilt denn das auch umgekehrt? Also soll ein dementsprechend situierter Bangkoker mit Sehnsucht nach Bergen lieber a) am Strand in Thailand bleiben, b) sich gefälligst eine Indoorhalle bauen oder c) dann eh nach Österreich fahren, weil zu Hause bleiben sollen in erster Linie wir selber?
Oder schaffen wir, Stichwort "Kitzbuhel-Russen", die Globalisierung gleich ganz ab? Wär ja der Umwelt zuliebe.

 
 
Alles sehr kompliziert
  Es ist halt, wie wir nicht erst seit unserem burgenländischen Altbundeskanzler wissen, alles sehr kompliziert. Aber vielleicht könnte man die Hausverstandskampagne ja gleich auf unsere Tourismusindustrie adaptieren, wie wärs mit...
 
fm4 poll
Tirol statt Malediven (copyright Kronenzeitung)
Ausland nein danke
Daham bei die Bam
Österreich is a Wahnsinn
 
 
Das ist der aktuelle Stand bei 239 Stimmen:
Tirol statt Malediven (copyright Kronenzeitung) 7% (16)
Ausland nein danke 4% (10)
Daham bei die Bam 72% (172)
Österreich is a Wahnsinn 17% (41)
   
fm4 links
  Flugzeuge und der Klimawandel
Fliegen trägt einen großen Teil zur Erderwärmung bei. Ist es ethisch vertretbar, oft und viel zu fliegen?

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Death to the Backpacker?
An interview with Lonely Planet's Tom Hall.
   
 
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