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Wien | 28.6.2008 | 15:45 
Flaschendrehen und Tischerlrücken, Schmerzenhören und Seelebrennen, garniert mit einem Hauch von Zimt.

Fuchs, Pfister

 
 
I predict a weekend
  Welche EM Gewinner bereits vor dem Finale feststehen:
 
 
 
1. Die Buchmacher
  Weil "Glück" punktuell natürlich unberechenbar ist, spätestens mittelfristig aber "kalkulierbar" wird. Ein Umstand, der den avancierten Pokerprofi ebenso vom Casino-BlackJack-Zocker unterscheidet wie belegt, dass Deutschlands zahlreiche Titel der letzten Jahrzehnte wohl auch handfeste andere Ursachen haben müssen.
Und der vielen Sport-Wettanbietern die ganz große Kohle beschert.

So ist es schon bemerkenswert, dass just jene Teams im Finale stehen, die auch vor Turnierbeginn die niedrigsten Quoten brachten. Sowohl die quotentechnisch drittgereihten Portugiesen, als auch die viertgereihten Italiener schieden im Playoff gegen eines jener beiden Teams aus. Gescheppert hätte es für bwin und co wohl bloß, hätten die Russen die Sensation geschafft und hätte man folglich überproportional vielen Wettern die horrenden Eingangsquoten von über 1:20 ausbezahlen müssen.
Hat man aber nicht. Und so dürfte sich die boomende Sportwetterei zumindest für die Anbieter wieder mal gerechnet haben.

 
 
2. Hochauflösendes Fernsehen
  Es ist ja nicht so, dass ich den Reiz des Lowfi Geschrammels nicht teilen würde, ganz im Gegenteil, die meisten meiner Platten höre ich nach wie vor am liebsten über meinen 30 Euro Stereo-Küchentoaster.
Beim Fernsehen hat mich dieses Turnier, und die damit einhergehende Umstellung auf HD, zum Qualitäts-Freak konvertieren lassen. Der ORF hat ja vor EM-Start damit begonnen, auf ORF1 HD zu senden und mich damit recht spontan eingefangen.
Und nach diversen Startschwierigkeiten der Kategorie "Was eine Box brauch ich da auch?", hat mich das erste Spiel dann ohne Übertreibung optisch weggeblasen. Denn hat man den Urwald aus 720p, hd-ready, full-hd, etc. mal durchschritten, bleibt die Fassungslosigkeit über die detailgetreue Wiedergabe von Michael Ballacks Bartstruktur.

Es ist ein bisschen wie der Flash bei den ersten 3-D Erlebnissen, nur dass diese Technologie offenbar nachhaltig und sinnvoll sein dürfte.
Ich kann es gar nicht mehr erwarten, bis Hasselhoff zum letzten Mal über den Strand hopst und der Großteil des TV-Programms in HD über den Flatscreen flimmert. Hau di über di Häuser, Hausantenne. Wobei, die Motivation zum "public viewing" sinkt schon proportional zur heimischen Bildqualität.
Wäre da nicht:

 
 
3. Unser EM Quartier im WUK
  Weil Eigenlob nicht besonders gut riecht und in diesem Falle ohnehin überflüssig wäre, nur der kurze aber bestimmte Dank an Hannes, Hannah und alle anderen die uns das WUK für den Juni in unser zweites Wohnzimmer verzauberten.

 
 
4. Die Entkrampfung nationaler Symbole
  Als tausende Türken nach dem Semifinal Einzug gegen Kroatien fahnenschwingend durch Wien sausten, war das Schreckgespenst des türkischen Nationalismus genauso wenig Thema, wie das dunkle, spanische Kapitel der Ära Franco, als sich gestern Abend die Stadt in rot und gelb hüllte.
Und ja, es war auch im WUK möglich, zur österreichischen Hymne aufzustehen, ohne schief angesehen zu werden.
Natürlich ist der österreichische Umgang mit seinen Nationalsymbolen speziell belastet und daher auch verklemmt bis neurotisch.

In kaum einem anderen Land der Welt (nicht mal mehr in Deutschland) gibt es hier größeren Debatten-Bedarf.
In England pinselt sich Noel den Union Jack auf seine Gibson, in Thailand hängt an jedem zweiten Imbiss Standl ein Fahnderl und es ist einfach kein Thema.
Dennoch ist es natürlich nachvollziehbar, warum der Umgang bei uns so seltsam ist, die Frage ist nur ob man möchte, dass das so bleibt oder eben nicht.
Allgemein finde ich Entkrampfung schon meist erstrebenswert. Vielleicht wurde im Zuge dieser EM ein weiterer Schritt in diese Richtung getan, aussehen tut es nicht so schlecht.

 
 
5. Das Ende und der Anfang der Stereotypen
  22 Leute jagen 90 Minuten einen Ball und am Ende gewinnen die Deutschen?
Stimmt, bis jetzt.
Spanien ist keine Turniermannschaft?
Ähm...
Die Portugiesen spielen toll und fliegen raus?
Schwer zu bestreiten.
Italien nudelt sich immer mindestens ins Semifinale?
Nein, diesmal nicht.
Aber vielleicht ist das Stereotyp, dass alle Stereotypen stereotyp sind auch schon wieder nur ein Stereotyp?

 
 
6. Al Jazeera und das Schweizer Fernsehen
  Nicht an die UEFA Direktiven gebunden und somit gerüchteweise bei GER-TUR ohne einen einzigen Bildausfall.
 
 
 
7. Der zweite Bezirk ...
  ... hat jetzt endlich eine vernünftige U-Bahn Anbindung bis zum Stadion und einige der schönsten Stationen im gesamten Wiener Netz.
Mit der fahren wir dann ins Stadionbad, wenn der EM Zirkus längst wieder vorbei ist. Wenn jetzt noch das um viele Millionen errichtete Parndorf City Plagiat vom Eingang des Praters zurück entfernt würde, müsste ich richtig Angst habe, dass es im zweiten zu "hip" wird.

 
 
Und sonntags beim Finale?
 
 
fm4 poll
Gewinnen am Ende wieder die Deutschen, siehe oben
Wird der kleine Phillip am Ende weinen
Ist der Unfug endlich vorbei
Juhu, endlich ein Ergebnis Voting, bitte nicht dem Blumenau sagen
 
 
Das ist der aktuelle Stand bei 213 Stimmen:
Deutschland 19% (41)
Spanien 38% (80)
Alle anderen 9% (20)
Hurra, Voting! 34% (72)
   
 
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