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Wien | 13.11.2008 | 18:14 
Flaschendrehen und Tischerlrücken, Schmerzenhören und Seelebrennen, garniert mit einem Hauch von Zimt.

Fuchs, Pfister

 
 
Die Fleet Foxes zum ersten Mal in Österreich
  You walk along the stream
Your head caught in a waking dream
Your protector's coming home
 
 
 
"Healing Music"
  Unter "Healing Music" versteht Mensch für gewöhnlich Patchouli-haltiges aus dem New Age-Bereich.
Vom Reiki-Kammerl über die Panflöten-Berge Südamerikas bis zu den Feuerspuckern der Fullmoon Party auf Koh Phangan, Thailand.

Yoga-Begleitung, Ambient, sich wiederholende Themen, Sankrit-Mantras, Chillout, Elektronisches und Akkustisches, all das wird oft unter dem Begriff New Age und in weiterem Sinne eben auch "Healing Music" zusammengefasst.

Ich möchte den Begriff aber nun weiterfassen, ganz getreu dem naiven aber praktikablen Prinzip "was funktioniert macht Sinn".
Wer Stress mit üblen Schwingungen hat, soll ruhig seine Wohnung ausräuchern wenn es sich dann besser anfühlt.
Wenn Dir Homöopathie hilft, spricht nichts dagegen, wer sich sein Leben mit rationaler Überlegung glücklich einrichten kann, auch gut.

Und wem Musik die Seele tröstet, der soll sich nehmen was er oder sie braucht.
Denn aufs Fühlen kommt es an. Wenn die Seele schmerzt muss die Gehirnakrobatik kurz Pause machen.

Und so schnell bin ich auch bei den Fleet Foxes.

 
 
Run with the Devil.
 
 
  So wie nicht alles mit zwei Hörnern automatisch ein Krampus ist, ist nicht jeder langhaariger Bartträger gleich ein Hippie.
Diese Vereinnahmung trieb die Fleet Foxes bereits soweit, sich öffentlich als Nicht-Hippies zu outen.

Ansonsten dürfte aber jede neo-romantische Interpretation erlaubt sein.

Spätestens seit es in Seattle Stadtführungen auf den Spuren des Grunge gibt, war es für die Künstler der Stadt höchste Zeit sich irgendwie neu zu orientieren.
Da kam es den beiden Bandgründern Robin und Skye doch irgendwie zurecht, Suchende auf einer nicht linearen Reise durch die Zeit zu sein.

Mit einer sagenhaften Leichtigkeit schaffen es die fünf Fleet Foxes seitdem sich einer pophistorischen Abfolge und Zurechenbarkeit zu entziehen.
Da wird weder billig die Vergangenheit beseelt, dieser furchtbare Zugang, der jahrelang große Teile der britischen Rockmusik verpestet hat, noch einem pseudo-originellen Futurismus gehuldigt.
 
 
 
  Die Fleet Foxes machen, in hunderten Fragmenten beeinflusst durch tausende Sachen, richtig, "Healing Music".
Da singen Glockenstimmen in Harmonie und Wettstreit, da ist Platz für den Folk und das Orchestrale, für das minimalistische und das Barocke.

Zeitlose Popmusik, die erneut unterstreicht, warum SubPop noch immer eines der innovativeren Labels unserer Zeit ist, auch wenn ich persönlich mit dem überaufgeregten Zirkus-Live-Projekt CSS so gar nicht anfangen konnte.

 
 
  "Healing Music" arbeitet in deinem Küchenradio, auf Deiner Anlage, in Deinem Auto und in Deiner Brust. Seltener im Kopf.

Die Fleet Foxes sind auch nicht für die Kritiker konstruiert, alternden Schreiberlinge mit Hang zum grantigen Verharren im längst Erledigten könnten sich an allerlei stören.

Man hat ein paar Lieder geschrieben, klassisches Popformat - schön wie ein Herbstwald eine Stunde vor Sonnenuntergang.

Am Sonntag, 16. November, kommen die Fleet Foxes in die Wiener Arena um sie uns live vorzuspielen, wir sind eingeladen dort hinzugehen.

Wenn das nicht mal ein schöner Anlass ist, in aller Unaufgeregtheit ein Wochenende ausklingen zu lassen...
 
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  www.myspace.com/fleetfoxes
   
 
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