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Wien | 5.1.2008 | 13:31 
Geschichten über besondere Menschen und Gedankenschrott, der für Freunde bestimmt ist.

Pamela, Blumenau

 
 
Geschichten eines Tausendsassas
  Kurt Palm steht in der Mitte der Linzer Bahnhofshalle. Die dicke Wollmütze tief in die Stirn gezogen, einen Rucksack auf dem Rücken.
Er ist die letzten Tage mit seinem neuen Film "Hermes Phettberg - Elender" durch das oberösterreichische Land gezogen und jetzt auf dem Rückweg nach Wien. Die einzigen zwei Stunden, an denen sich unsere Wege in diesen Tagen kreuzen, sind diese zwei sonntäglichen Mittagsstunden in der Wartehalle des Linzer Bahnhofs.
 
 
 
 
 
Von der Scheinheiligkeit der Timelkammer
  In Linz, wo Hitler sich einst ein Mausoleum errichten lassen wollte, in Linz , wo das Spektakel der Kulturhauptstadtakteure 2009 über die Bühne gehen wird, in Linz, wo Kurt Palm die ersten für ihn wichtigen Konzerte besucht hat.
In rasantem Tempo erzählt Palm über die wichtige Zeit als Ministrant in seinen Kinderjahren und die Entlarvung der Scheinheiligkeit der Timelkammer Bevölkerung, von deren Bigottheit und Nächstenliebe außerhalb der Kirche im Alltag nichts zu bemerken war. Das war der Bruch mit Gott und seiner Kirche.
 
 
 
 
 
Ins Exil nach Ost-berlin
  Dass aus dem Ministrant ein überzeugter Kommunist wurde, hatte praktische Gründe. Während Kirche und Gemeinde die Gruppe junger Weltverbesserer um Kurt Palm inklusive ihres ambitionierten Schülerzeitungsprojekts auf die Strasse jagten, bot die hiesige KPÖ Unterschlupf an. Und als Jahre später Palms viel beachtete Doktorarbeit über den Boykott Bert Brechts in Österreich in der Zeit 1953 - 62 zu einer Art Berufsverbot für den jungen Autor führte, weil sich angesehene Kulturmenschen ans Bein gepinkelt fühlten, ging Kurt Palm ins Exil in die DDR. Er begann in Ost-Berlin am Theater zu arbeiten.
 
 
 
 
 
Keine Zeit für Sorgen
  Palm ist ein Tausendsassa. Mit der legendären Theatergruppe "Sparverein Die Unzertrennlichen", der "Nette Leit Show" mit Hermes Phettberg, seinen Filmen über Mozart und Stifter und unzählichen Buchprojekten bewegt er sich wie ein Tempelhüpfer von einem Kastl ins nächste - dort, wo es ihm gerade Spaß macht und wo gerade Geld für eine seiner Ideen aufzustellen ist. Diese Wendigkeit hat jede Sorge an eine verarmte Zukunft auf ein nächstes Leben verschoben. In diesem ist für derlei Gedanken kein Platz. Übrigens auch nicht für ein Mobiltelefon. In Zeiten wie diesen ist der Nichtbesitz eines Handys ein Statement, das erwähnenswert scheint. Nahezu eine Lebenseinstellung zeigt. Erreichbarkeit ja, aber nicht rund um die Uhr.

Die zwei Männer, die es sich am Nebentisch mit zwei Gläsern Bier gemütlich gemacht habe, legen verständnisvoll den eigene Finger auf die Lippen, um zu zeigen, dass sie die Situation verstanden haben - Mikrophon bedeutet Mund halten für diejenigen nicht vor dem Mikrophon sitzen. Ich entschuldige mich für die Einschränkung, immerhin sitzen wir in der Wartehalle. Aber die beiden winken ab. Bist du nicht der, der mit dem Phettberg die Fernsehsendung gemacht hat, plaudert der eine interessiert auf Palm ein. War leiwand, bestätigt der andere und zeigt seinen Respekt, in dem er uns zuprostet. In fünf Minuten geht mein Zug. Danke für diesen angenehmen und spannenden Sonntag Mittag, Herr Palm.
 
 
 
  Kurt Palm in einem Doppelzimmer Spezial
am 6.1. von 13 bis 15 Uhr.
 
 
 
Hermes Phettberg im Doppelzimmer Spezial
  Empfehlenswert in diesem Zusammenhang:
"Zwei planlose Stunden mit Hermes Phettberg." Der Talkmaster und Kolumnist in einem Doppelzimmer-Spezial bei Elisabeth Scharang. Wiederholung vom 1.11.2004.

Dieses Doppelzimmer Spezial gibts im FM4 Interview Podcast.

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