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Wien | 21.3.2008 | 15:47 
Geschichten über besondere Menschen und Gedankenschrott, der für Freunde bestimmt ist.

Pamela, Blumenau

 
 
Wie wirklich ist wahr
  "Quantinger" nennt Anton Zeilinger sein Weblog, bei dem gleich zu Beginn die Anweisung zu lesen ist, man möge lange, wissenschaftlich korrekte Diskurse woanders führen, und an dieser Stelle doch der Phantasie freien Lauf lassen. Von Ufos ist zu lesen und der Frage, die die Posterin an sich selbst richtet, ob es aus Sicht einer Physikerin nicht ein tolles Experiment wäre, sich von einem Ufo entführen zu lassen. Quantenphysiker Zeilinger spinnt die Frage weiter: Woher können wir wissen, dass sich ein Tier auch als "jemand" bezeichnet? Und bei außerirdischen Lebewesen, von deren Existenz Zeilinger überzeugt ist, sehe die Sachlage ohnehin anders aus, meint der Physiker und steuert über andere Galaxien geradewegs auf eines seiner Lieblingsthemen zu: Ist ein Gott denkbar, der, wie es die meisten Religionen annehmen, nach wie vor in die Welt eingreift, jedoch ohne mit den Naturwissenschaften in Konflikt zu geraten?
 
 
 
 
 
Über den Wolken
  Der Starphysiker Zeilinger wollte als Bub Astronaut werden. Sein Spezialgebiet zwischen seinem fünften und zehnten Lebensjahr. Der Augenblick, in dem man als Mensch von der Raumkapsel aus die Erdenkugel sieht, sei für ihn nur mit dem Begriff "religiös" beschreibbar. Aber diese Erfahrung würde sich wohl in diesem Leben für ihn nicht mehr ausgehen, seufzt er.
 
 
 
Was zum Teufel kann "Teleportation"
  Wir sitzen in seinem Institutsbüro im 9. Bezirk in Wien. Gemeinsam mit Zeilingers Tochter Anna. Eine Künstlerin. Fotografin. Zwei ihrer Arbeiten hängen über dem Sofa. Wie zwei Augen, die in eine andere Welt schauen. Raus aus dem Wiener Altbau, in dem über physikalischen Experimenten getüftelt wird.
Diesen Blick von außen hat sich Zeilinger für sein letztes Buch zunutze gemacht. Er hat es von seiner Tochter lektorieren lassen, weil er sich damit nicht ausschließlich an ein Fachpublikum wenden will.
In "Einsteins Spuk" werden einer interessierten aber unbedarften Leserschaft die Teleportation und weitere Mysterien der Quantenphysik verständlich gemacht. Und tatsächlich, sechs Jahre Physikunterricht im Gymnasium konnten mir nicht annähernd so ein plastisches Verständnis für die Materie geben wie Herr Zeilinger in seinem Versuch, mir das Prinzip der Teleportation, mit deren Gelingen er 1997 Weltruf erlangt hat, zu erklären. Nein, ich werde es hier nicht wiedergeben. Soweit bin ich noch nicht. Ich bin froh, es erfasst zu haben. Worte dafür zu finden, ist die nächst höhere Stufe. Ich sage nur: Stichwort "Beamen".
 
 
 
 
 
Warum werden die Besten nicht LehrerInnen
  Aber bleiben wir doch noch beim Thema "Schule". Schade, dass Menschen wie Zeilinger, die so begeistert für ihre Sache leben und arbeiten, so selten Lehrer werden und ihre Begeisterung und ihr Wissen weitergeben. Und ich meine nicht erst an den Unis, wo das Auswahlverfahren schon voll durchgeschlagen hat. Wo nur mehr die übrig geblieben sind, die das Glück hatten, engagierte PhysiklehrerInnen zu haben, oder aber selbst immer schon kleine Einsteins waren. Genau so einen engagierten Physiklehrer hatte auch Zeilinger, der in allen anderen Fächern unter dem Durchschnitt lag.
"Ich habe an der Sommeruni für Kinder Vorlesungen gehalten. Eine unglaubliche Erfahrung! Die kindliche Neugierde öffnet Türen, die wir mit unserem eingefahrenen Blick nicht mehr sehen. Ich möchte diesen Austausch zwischen Wissenschaftlern und Kindern forcieren."
 
 
 
Grundfragen des Seins
  Grundfragen wie: Sehe ich, was ich sehe? Hat diese Wand eine andere Farbe, wenn keiner hinschaut? Gibt es den Zufall? Diese Fragen sind der Grund, warum Zeilinger dieses Gebiet der Wissenschaft so liebt. Es sind die Grundfragen des Seins. Und er nimmt sich die Zeit, sie jeden Tag aufs Neue zu stellen.
 
 
 
Doppelzimmer Spezial am Ostermontag
  Der Quantenphysiker Anton Zeilinger und seine Tochter Anna, Fotografin, sind Gast in einem Doppelzimmer Spezial am Ostermontag von 13 bis 15 Uhr.
 
 
 
Doppelzimmer Spezial im FM4 Interview Podcast
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audio
 
title: Doppelzimmer Spezial: Anton Zeilinger
length: 54:01
MP3 (51.744MB) | WMA
   
 
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