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Wien | 7.11.2008 | 10:52 
Geschichten über besondere Menschen und Gedankenschrott, der für Freunde bestimmt ist.

Pamela, Blumenau

 
 
Mut ist keine Krankheit
  Eine Woche ist es her, dass Miriam Zillner im Jugendzimmer über ihre Reise nach Äthiopien erzählt hat; in ein Waisenhaus für Kinder, in dem sie sechs Monate gearbeitet hat und wohin sie seither regelmäßig zurückkehrt. Ich habe ihr Gesicht immer noch so lebendig und präsent vor mir, wie ihre Worte, die sie für einen ungewöhnlichen Schritt in ihrem Leben gefunden hat. Vor eineinhalb Jahren, gleich nach der Matura, wollte Miriam nach Afrika. Mit einem heftigen Ausmaß an Naivität und Unwissen ist sie ins Flugzeug gestiegen. Die große Skepsis ihres Vaters und die ungeteilte Unterstützung ihrer Mutter im Gepäck. Miriam wollte helfen. Wem und was, war nicht so klar. Die meisten von uns lächeln spätestens jetzt mitleidig oder finden es gar fahrlässig, dass man mit dieser Einstellung in die Welt hinaus fährt. Dennoch, Miriam ist nach einem schwierigen Start schließlich in einem Waisenhaus für Kinder in Äthiopien gelandet. Hat dort sechs Monate gearbeitet, wurde die Vertraute der Kinder. Sie haben der jungen weißen Frau Geschichten aus ihrem Leben erzählt - von Folter, Vertreibung, Missbrauch, nagendem Hunger. Miriam lebt und schläft bei den Kindern. Und nach sechs Monaten muss sie wieder zurück nach Wien, weil das Visum ausläuft.
 
 
 
Entwicklungshilfe a la Missionaris
  "Die Kinder sehen regelmäßig Weiße, meistens Amerikaner, die für zwei, drei Tagen kommen, Süßigkeiten und Spielsachen da lassen und die Kinder religiös bekehren wollen. Dann verschwinden sie auf Nimmerwiedersehen," erzählt Miriam. "Als ich nach sechs Monaten nach Österreich zurück musste, habe ich versprochen, wieder zu kommen. Die Kinder haben mir nicht geglaubt. Du bist auch eine von denen, haben sie gesagt. Die Wiedersehensfreude sechs Monaten später zu Weihnachten hat mein Leben verändert. Erst bei meinem zweiten Aufenthalt in dem Waisenhaus, sind wir untrennbar zusammen gewachsen."
Miriam hat in der Zwischenzeit an der FH in St. Pölten Sozialarbeit inskribiert. Wenn das Studium abgeschlossen ist, wird sie endgültig nach Äthiopien ziehen. In der Zwischenzeit verbringt sie zwei Mal im Jahr soviel Zeit in dem Waisenhaus wie geht.

 
 
 
 
Was ist schon sicher
  Eine ihrer Aussagen hat Empörung bei einigen von euch ausgelöst, die das in E-Mails zum Ausdruck gebracht haben. Warum sie nicht in Österreich in einem Waisenhaus arbeite, war meine Frage. Weil die Menschen bei uns mit nichts mehr Zufrieden sein können, weil die Arbeit in Afrika nicht nur den Kindern sondern auch ihr selbst viel bringt, antwortete Miriam. Keine Frage, dass es bei uns viele Menschen gibt, die Hilfe in jeder Hinsicht brauchen. Aber ich verstehe, was Miriam meint. Ich kann nachvollziehen, warum sie ihre besten Freunde in der Zwischenzeit in Äthiopien hat. Warum sie keine Lust mehr hat, ihr Geld bei H&M zu lassen und warum sie in der Lebensfreude der Kinder, mit denen sie in Äthiopien lebt, alles findet, was sie braucht. Ihre Entscheidung. Und nicht jedermanns und -fraus Weg.
Muss es auch nicht. Aber für mich war der Abend mit Miriam Ziller eine schöne Erfahrung. Für jeden Veränderungswillen gehört eine Porion Naivität, Unvernunft - wie auch immer man es benennen möchte. man kann nicht alles im Vorfeld berechnen und kalkulieren, dann bewegt man sich gar nicht mehr.
 
 
 
 
 
Wir brauchen eure Hilfe!
  Vor drei Wochen hat Miriam einen Verein gegründet. Sie braucht Geld für Hilfsgüter, die sie zu Weihnachten mit nach Afrika nehmen möchte. Und sie braucht eure Sachspenden:
Englischbücher
Kinderkleidung und Schuhe bis Größe 164 und nur Sommersachen
Spielzeug, aber keine zu großen Sachen, weil der Transport sonst zu teuer wird
und vor allem:
Hygieneartikel
Es fehlt an Seifen, an Zahlbürsten, an Windeln etc.

Bitte schickt die Sachen direkt an Miriams Adresse. Sie bringt alles gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren Schwestern selbst zu Weihnachten in das Waisenhaus und sie braucht eure Unterstützung. Damit die Kosten für das Übergepäck nicht wieder zur Gänze aus ihrer privaten Kasse bezahlt werden müssen, hat Miriam ein Spendenkonto eingerichtet.

Selam the children of ethiopia-SCE
PSK BLZ:60000
Nummer: 0051.0046.447

Sachspenden an
Miriam Zillner
Hauptstrasse 48
2004 Bruderndorf

Danke!

 
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