fm4.ORF.at ORF.at login
StreamPodcastsMail an FM4
zurück zur TitelseiteSOUNDPARK - Your Place for Homegrown MusicSTATION - alles rund um den RadiosendernotesCHAT
Wien | 23.12.2008 | 17:32 
Der Funk vom Gaisberg: Soul, ich und Salzburg.

Trishes, Janis, Hedi

 
 
SAKOG
  Ja, ich kenne sie. Da war ich so "" klein und wollte unbedingt einmal auf dem Fließband, das die Kohle von der Grube in den Schlot des Dampfkraftwerkes zu befördern hatte, eine Runde herumrutschen. Ich bin dieses Band oft mit dem Rad abgefahren und habe mir diese coole Partie im Kopf ausgemalt. Ich war in der Hauptschule - ca. 5 km entfernt von Trimmelkam, da hatte diese Grube auf einmal den zweifelhaften Charme der Post-Thatcher-Ära angenommen: Die Braunkohle aus dem Innviertel hatte zuviel Schwefel für den Brennwert, der pro Kubikmeter "Torf" herauszuholen war. Die Zeche wurde geschlossen und die SAKOG zur Industrieruine. Nun gab es viel Platz und das bestehende und triste kulturelle Umfeld wurde noch dünner und konzentrierte sich auf die am nächsten gelegenen Städte Salzburg und Burghausen. Kann sich noch jemand an den "Kino-Stadl" erinnern? Udo Huber hat dort oft seine Großen 10 moderiert und ja, diese Disco gibt es noch immer und ja, diese Disco ist immer noch Symptom statt Bereicherung. Trimmelkam.
 
 
 
 
 
  Wir haben hier also ideale Bedingungen für einen Hausbesetzer-Roman und die Hauptdarsteller/innen sind seit dieser Zeit wohl auch im großen und ganzen die Gleichen geblieben. Ich schreibe hier also über ein Projekt von alten, sehr alten Freunden. LeserInnen meines Blogs sind sie nicht ganz unbekannt, schon vor ein paar Jahren habe ich vom Verein meta.morfx geschwärmt, von seinen Zielen und Projekten, die immer auch konkret geworden sind, wie z. B. damals, auf der Unite-Parade. Zu dem Zeitpunkt (damals) war das Gelände schon fest in der Hand unserer HauptprotagonistInnen und wieder ist es wohl symptomatisch, dass die Realisierung des ganz großen Projektes, des Traumes schlechthin, nun doch bis Ende 2008 gebraucht hat. Es gab viel Widerstände. Extern... und es war wohl auch intern einiges zu erledigen, weil man muss sich dieses Ding schon auf der Zunge zergehen lassen: Der Verein meta.morfx betreibt dieses Lokal, das nun wieder SAKOG heißen wird, ohne Sponsoring und Werbeträger. Man will bewusst ein Zeichen gegen den Zeitgeist setzen, man will individuell und frei bleiben, alternativ und offen. Das ist mutig. Ich würde es zum Scheitern verurteilen, wenn ich diese Menschen nicht kennen würde. Da ich aber weiß, wovon sie sprechen und ihren Drang nach selbstbestimmter Produktionstätigkeit so gut nachvollziehen kann, weil auch ich dort aufgewachsen bin, glaube ich, dass hier und diesmal günstige Sterne leuchten und sich nicht alles wieder in Rauch und Schwefel auflösen wird. Sie machen jetzt schon 15 Jahre lang nichts anderes, warum sollte es sich die nächsten 15 Jahre ändern?

 
 
 
 
  Die Eröffnung der SAKOG ist Programm und Startschuss zugleich: Eine Balance aus Nachwuchs und Stars, local-heroes und angereisten Gästen wird dafür sorgen, dass schon die ersten drei Tage - und damit das offizielle Eröffnungsfest - das künstlerische Programm der nächsten Zeit vorwegnehmen wird, oder besser gesagt: Es wird auf dem Silbertablett präsentiert.
 
 
 
25. Dezember - 27. Dezember 2008: Party
  Der erste Tag wird die Grube eingrooven: Parov Stelar und Megablast, Mel, Kristian Davidek und iRoy werden in funky und runder Manier dafür sorgen, dass im Beton der Nagel richtig hängt. Am Tag zwei wird geprüft, ob die Statik auch gut berechnet wurde: Das Quartett Kreisky, Fuzzman (das Soloprojekt von Herwig "Naked Lunch" Zamernik), Signal Electrique und die DJ's The Metatron, Arigo Pentrado und Oli Hlynur & Diamond Dust werden wohl keine Gelegenheit auslassen, das Gebäude und seine BesucherInnen auf Herz und Nieren zu testen. Und das wird auch notwendig sein. Ansonsten bräuchte die Sonne am dritten Tage gar nicht mehr aufgehen. Heiko Laux spielt, sein Kanzleramt - Kollege Gideon wird als Live-Act auftreten und auch der Rest wird kompromisslos elektronisch bleiben: Das Senderberlin DJ-Team (Oh ja!), Marco Polo, Carl Past und Lex Wilder. Wenn danach noch alles steht, steht es hundert Jahre. Aber auch die Augen werden rundherum verwöhnt. Am Donnerstag wird Ochoresotto die Wände bespielen, am Freitag Alo (auch kein Unbekannter hier) und am Samstag blendet Fritz Fitzke eure nadelkopfgroßen Pupillen.

 
 
 
 
  Diese SAKOG ist DIE gute neue Nachricht für diese Region und ich wünsche ihr nur das Beste. Rock on! (and on)

fm4 links
  www.sakog.net
The official SAKOG.
   
 
back
 Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick