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Wien | 14.12.2006 | 15:31 
Bildung und Einbildung, die Herrscher der Welt.

Reiser, Andreas, Marc

 
 
Pikto-Gender-Mainstreaming
  Unter dem Titel "Wien sieht's anders" hat die Stadt Wien eine Kampagne gestartet, in deren Verlauf die Hälfte der Piktogramme und Hinnweisschilder im Rathaus und in den Wiener Linien ausgetauscht werden sollen. Wo bisher nur Frauen mit Babys auf dem Schoß auf den "bitte diesen Platz überlassen"-Schildern in U-Bahnen zu sehen waren, sollen künftig auch Männer mit Kleinkindern zu sehen sein. Aber auch die anderen Figuren (logischerweise mit Ausnahme der schwangeren Frau) bekommen ein andersgeschlechtliches Äquivalent.
 
 
 
 
 
  Bei Gender Mainstreaming (im Politikbereich) geht es unter anderem darum, einerseits bei neuen Gesetzen immer die Auswirkungen dieser Veränderung auf die Situation beider Geschlechter zu berücksichtigen und Benachteiligungen zu vermeiden, andererseits aber auch darum, beiden Geschlechtern gleich viel Platz im öffentlichen Raum zu geben und den zum Teil unterschiedlichen Chancen, Möglichkeiten und Verpflichtungen gerecht zu werden.

Dazu haben sind grundsätzlich alle politischen Entscheidungsebenen verpflichtet. Wieviel Platz diesem permanenten Rechnungtragen der Geschlechterperspektive eingeräumt wird, wird allerdings recht unterschiedlich gehandhabt.
 
 
 
 
 
  Zwar wurden jetzt im Rahmen dieser Gender Mainstreaming-Kampagne auch Plakate vorgestellt, auf denen die "Männchen" auf Verkehrsampeln auch mal "Weibchen" sind und auf den Baustellenschildern auch Menschen mit Zöpfen und Rock arbeiten. In der Praxis wird sich die Veränderung aber - für's erste - auf solche Schilder beschränken, deren Gestaltung auch im Einflussbereich der Stadt Wien liegt. Dazu zählen zwar keine Verkehrszeichen, durchaus geplant sind aber Hinweisschilder zu Wickelplätzen auf denen auch Männer beim Windelanlegen zu sehen sind oder Fluchtweg-Zeichen, die im Rathaus dann auch manchmal eine Frau auf dem Weg zur rettenden Tür zeigen.

"Die Kampagne zeigt Bekanntes auf unbekannte Art und Weise und soll so für positive Irritation sorgen. Weil sie fixe Sehgewohnheiten konterkariert, regt die Kampagne zum anderen Denken, Sehen und Handeln auf", so die Frauenstadträtin Mag.a Sonja Wehsely heute bei der Präsentation der Kampagne. Das erinnert nicht ganz zufällig an durchaus gekannte Taktiken der Kommunikationsguerilla. Gerade bei den Aufklebern in den Wiener U-Bahnen ist das alles schon mal dagewesen. Die zusätzlichen Pickerl mit Kiffern oder übergroßen Ghetto-Blastern wurden damals noch eher als Sachbeschädigung gesehen.
 
 
 
 
 
  Jetzt soll dieselbe Strategie, diesmal "von oben verordnet" ihren Beitrag zum Umdenken und zu mehr Geschlechtergerechtigkeit leisten. Soll uns nur recht sein.
 
 
 
Deine Vorschläge?
  Wenn du eine Idee für ge-gender-mainstreamte Piktogramme oder Hinweisschilder hast: immer her damit. Wir freuen uns sowohl über selbstgestaltete Neu-Vorschläge als auch über Beispiele von besonders unüberlegten, einseitigen schon existierenden Schildern. Immer her damit. Am besten per Mail an game.fm4@orf.at.

Eine Auswahl der Einsendungen werden wir dann bei Zeiten hier veröffentlichen!
 
 
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